Dar­lehn zur Pilo­ten­aus­bil­dung

Schuld­zin­sen für Dar­le­hen zur Pilo­ten­aus­bil­dung sind nach Ansicht des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz jeden­falls dann steu­er­lich nicht als Wer­bungs­kos­ten berück­sich­ti­gungs­fä­hig, wenn im Anschluss an die Aus­bil­dung eine Anstel­lung im Aus­land – im ent­schie­de­nen Fall in Öster­reich – erfolgt.

Dar­lehn zur Pilo­ten­aus­bil­dung

Im Streit­fall hat­te der in Rhein­land-Pfalz leben­de Klä­ger die Kos­ten sei­ner Pilo­ten­aus­bil­dung mit einem Dar­le­hen einer säch­si­schen Spar­kas­se in Höhe von 62.000,- € finan­ziert. Die Aus­bil­dung dau­er­te bis Ende Febru­ar 2004. Seit­dem ist er als Pilot bei einer öster­rei­chi­schen Flug­ge­sell­schaft in Tirol tätig und bezieht in Öster­reich Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit, die nach dem Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men mit Öster­reich in Deutsch­land nicht steu­er­pflich­tig sind. In sei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung für das Jahr 2004 mach­te der Klä­ger die für das Dar­le­hen gezahl­ten Schuld­zin­sen in Höhe von 4.396.- € als WK bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit gel­tend. Mit dem Argu­ment, ein Schuld­zin­sen­ab­zug kom­me nur bis zur Auf­nah­me der nicht­selb­stän­di­gen Tätig­keit in Öster­reich in Betracht, berück­sich­tig­te das Finanz­amt nur zeit­an­tei­lig (2/​12) 733.- €.

Mit sei­ner Kla­ge mach­te der Klä­ger gel­tend, ihm ste­he der vol­le Schuld­zin­sen­ab­zug zu. Sei­ne Absicht, in Deutsch­land eine Anstel­lung zu fin­den, habe er nicht auf­ge­ge­ben. Wegen der schlech­ten Arbeits­markt­si­tua­ti­on habe er in Deutsch­land kei­nen Arbeits­platz gefun­den. Die Tätig­keit in Öster­reich sei zur Erlan­gung von Berufs­er­fah­rung zwin­gend not­wen­dig.

Die Kla­ge hat­te jedoch kei­nen Erfolg. Das FG Rhein­land-Pfalz führ­te u.a. aus, Schuld­zin­sen sei­en als WK abzugs­fä­hig, wenn sie mit einer Ein­kunfts­art in wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang stün­den. Bei vor­ab ent­stan­de­nen WK – also WK, die im Hin­blick auf eine künf­ti­ge Tätig­keit anfie­len – müs­se zur steu­er­li­chen Berück­sich­ti­gung aller­dings ein aus­rei­chend bestimm­ter wirt­schaft­li­cher Zusam­men­hang zwi­schen den Auf­wen­dun­gen und der Ein­kunfts­art bestehen, in deren Rah­men der Abzug begehrt wer­de. Daher sei­en die Zin­sen Janu­ar und Febru­ar 2004 – wie vom Finanz­amt so aus­ge­führt – abzugs­fä­hig, denn sie hät­ten bis dahin mit einer auf die Erzie­lung steu­er­pflich­ti­ger Ein­nah­men gerich­te­ten Tätig­keit in wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang gestan­den. Somit hät­ten die Zin­sen Janu­ar und Febru­ar als vor­ab ent­stan­de­ne WK berück­sich­tigt wer­den kön­nen. Dem­ge­gen­über bestehe zu den­je­ni­gen steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­ten, die der Klä­ger mög­li­cher­wei­se nach sei­ner Rück­kehr nach Deutsch­land erzie­len wol­le, allen­falls ein nicht aus­rei­chen­der mit­tel­ba­rer und nur ent­fern­ter Zusam­men­hang. Damit hin­gen die strei­ti­gen WK wirt­schaft­lich mit Ein­künf­ten zusam­men, die aus einer in Öster­reich aus­ge­üb­ten nicht­selb­stän­di­gen Tätig­keit erzielt wür­den, die in Deutsch­land nicht steu­er­pflich­tig sei­en. Schon des­we­gen könn­ten die strei­ti­gen Auf­wen­dun­gen nicht als WK in Deutsch­land berück­sich­tigt wer­den.

Nach alle­dem kom­me es auf die Fra­ge, wel­che Fol­ge sich aus der Geset­zes­än­de­rung erge­be, wonach ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2004 Kos­ten für eine erst­ma­li­ge Berufs­aus­bil­dung und für ein Erst­stu­di­um nur mit bis zu 4.000.-€ im Kalen­der­jahr als Son­der­aus­ga­ben berück­sich­tigt wer­den könn­ten, nicht mehr an.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen.

Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 28. Okto­ber 2008 – 3 K 2129/​06