Dar­lehns­fi­nan­zier­te Ren­ten

Ein in den letz­ten Jah­ren mit gro­ßem Auf­wand bewor­be­nes Ren­ten-Steu­er­spar­mo­dell hat jetzt auch den Bun­des­fi­nanz­hof erreicht: Auch dann, wenn jemand auf­grund eines Finan­zie­rungs­kon­zepts eine Sofort­ren­te als abge­kürz­te Leib­ren­te (Ren­te I) durch ein end­fäl­li­ges Dar­le­hen finan­ziert und die aus­zu­zah­len­den Ren­ten­leis­tun­gen u.a. dazu ver­wen­det, um die Prä­mi­en für eine auf­ge­scho­be­ne Leib­ren­te (Ren­te II) zu zah­len, sind bei der Prü­fung der Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht bei­de Leib­ren­ten grund­sätz­lich getrennt zu beur­tei­len.

Dar­lehns­fi­nan­zier­te Ren­ten

Ver­wen­det der Steu­er­pflich­ti­ge die aus­ge­zahl­ten Ren­ten­be­trä­ge dazu, wei­te­re Ein­kunfts­quel­len anzu­schaf­fen und Wer­bungs­kos­ten zu beglei­chen, so setzt sich der wirt­schaft­li­che Zusam­men­hang des Dar­le­hens mit der Ren­te I in Höhe des zurück­flie­ßen­den Kapi­tals, das jede Ren­te neben dem Ertrags­an­teil ent­hält, an den neu­en Kapi­tal­an­la­gen fort (sog. Sur­ro­ga­ti­ons­be­trach­tung).

Bei der Prü­fung der Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht des jewei­li­gen Ren­ten­rechts sind die Zin­sen für das Dar­le­hen, mit dem ursprüng­lich die Prä­mie für die Ren­te I finan­ziert wur­de, ent­spre­chend dem sich ändern­den Dar­le­hens­zweck auf­zu­tei­len.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 17. August 2005 – IX R 23/​03