Das Dienst­zim­mer des Förs­ters

Ein Förs­ter, der im über­wie­gen­den Inter­es­se sei­nes Arbeit­ge­bers ein Dienst­zim­mer in sei­nem Wohn­haus unter­hält, kann die hier­für ent­ste­hen­den Kos­ten in vol­lem Umfang von der Steu­er abset­zen. Die Abzugs­be­schrän­kung für häus­li­che Arbeits­zim­mer kommt in die­sen Fäl­len nicht zur Anwen­dung.

Das Dienst­zim­mer des Förs­ters

In dem hier vom Finanz­ge­richt Köln ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Diplom-Forst­wirt geklagt, der im Streit­jahr 2008 für den Lan­des­be­trieb Wald und Holz NRW als Betreu­ungs­förs­ter einen Forst­be­zirk lei­te­te. Die Forst­be­hör­de leg­te beson­de­ren Wert dar­auf, dass er in der Nähe sei­nes Betreu­ungs­re­viers wohn­te und in sei­nem Wohn­haus ein Dienst­zim­mer ein­rich­te­te. In dem Dienst­zim­mer soll­ten regel­mä­ßi­ge Sprech­zei­ten abge­hal­ten wer­den. Außer­dem stell­te die Behör­de die tech­ni­sche Büro­aus­stat­tung zur Ver­fü­gung. Das Zim­mer muss­te im Krank­heits­fall für einen Ver­tre­ter des Klä­gers zugäng­lich sein. Die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Dienst­zim­mers konn­te von der Forst­be­hör­de vor Ort über­prüft wer­den. Für die Unter­hal­tung des Zim­mers erhielt der Klä­ger monat­lich eine steu­er­freie Ent­schä­di­gung von 81,81 €. Die dar­über hin­aus­ge­hen­den Kos­ten für das Zim­mer von 3.417 € woll­te der Klä­ger als Wer­bungs­kos­ten gel­tend machen. Das Finanz­amt berück­sich­tig­te im Hin­blick auf die Abzugs­be­schrän­kung für häus­li­che Arbeits­zim­mer ledig­lich einen Betrag von 1.250 €.

Dies sah das Finanz­ge­richt Köln anders und gab der Kla­ge inso­weit statt. Das Dienst­zim­mer sei als exter­nes Büro des Dienst­herrn zu beur­tei­len und unter­lie­ge nicht der Rege­lung für häus­li­che Arbeits­zim­mer. Uner­heb­lich sei inso­weit, dass zwi­schen dem Klä­ger und der Forst­be­hör­de kein Miet­ver­trag über das Dienst­zim­mer geschlos­sen wor­den sei und der Klä­ger eine steu­er­freie Nut­zungs­ent­schä­di­gung erhal­ten habe. Ent­schei­dend sei viel­mehr, dass das Inter­es­se des Klä­gers, zur Erle­di­gung büro­mä­ßi­ger Arbei­ten einen Raum in der eige­nen Woh­nung zur Ver­fü­gung zu haben, von den Belan­gen der Behör­de über­la­gert wor­den sei.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 27. August 2014 – 7 K 3561/​10