Der pen­sio­nier­te Chef­arzt und die Ren­ten­be­steue­rung

Eine ver­fas­sungs­kon­for­me erwei­tern­de Aus­le­gung der Öff­nungs­klau­sel des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a) bb) Satz 2 EStG 1 bei Beam­ten, die neben ihren Pen­si­ons­an­wart­schaf­ten durch Zah­lung frei­wil­li­ger Bei­trä­ge auch Ren­ten­ver­si­che­rungs­an­wart­schaf­ten begrün­den, in dem Sinn, dass die erdien­ten Pen­si­ons­an­wart­schaf­ten fik­tiv in Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung umge­rech­net und zu den gezahl­ten Bei­trä­gen hin­zu­ge­zählt wer­den, ist nach einem aktu­el­len Urteil des Nie­der­säch­si­chen Finanz­ge­richts nicht zuläs­sig.

Der pen­sio­nier­te Chef­arzt und die Ren­ten­be­steue­rung

Die Rege­lung des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a) aa) EStG ver­stößt hier­nach wegen der Erfas­sung von Leib­ren­ten von berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen nicht gegen das Ver­bot der dop­pel­ten Besteue­rung, wenn eine sol­che bei dem kon­kre­ten Steu­er­pflich­ti­gen nicht ein­ge­tre­ten ist.

§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a) bb) EStG führt im Zusam­men­wir­ken mit der Anrech­nung von Tei­len einer Leib­ren­te auf eine Beam­ten­pen­si­on nach § 55 Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz nicht zu einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Benach­tei­li­gung des Steu­er­pflich­ti­gen.

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 5. Mai 2009 – 15 K 421/​08 (Revi­si­on zum BFH ein­ge­legt – X R 29/​09)

  1. in der Fas­sung des Geset­zes zur Neu­ord­nung der ein­kom­men­steu­er­recht­li­chen Behand­lung von Alters­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen und Alters­be­zü­gen (Alterers­ein­künf­te­ge­setz – Alt­Ein­kG) vom 05.072004, BGBl. I S. 1427[]