Der Streit ums Kin­der­geld – und die Insol­venz des Vaters

Ein finanz­ge­richt­li­ches Ver­fah­ren über die Kin­der­geld­be­rech­ti­gung wird nicht gemäß § 155 FGO i.V.m. § 240 ZPO auf­grund der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens über das Ver­mö­gen des Klä­gers unter­bro­chen.

Der Streit ums Kin­der­geld – und die Insol­venz des Vaters

Eine Unter­bre­chung setzt vor­aus, dass das Ver­fah­ren die Insol­venz­mas­se betrifft 1. Dies trifft beim hier vor­lie­gen­den Streit ums Kin­der­geld nicht zu:

Das Kin­der­geld für die Zeit ab Mai 2010 wur­de nicht mehr an den Klä­ger aus­ge­zahlt. Es geht somit um einen Anspruch auf Kin­der­geld und nicht etwa um die Rück­zah­lung von bereits aus­ge­zahl­tem Kin­der­geld 2.

Ein Anspruch auf Kin­der­geld ist gemäß § 76 EStG in nur sehr ein­ge­schränk­tem Umfang pfänd­bar und fällt damit nach §§ 35 Abs. 1, 36 der Insol­venz­ord­nung nicht in die Insol­venz­mas­se 3.

Die Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens hat­te somit kei­ne ver­fah­rens­recht­li­chen Kon­se­quen­zen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 28. April 2016 – III R 45/​13

  1. BFH, Beschluss vom 22.11.2012 – III B 73/​11, BFH/​NV 2013, 246[]
  2. vgl. hier­zu BFH, Beschluss in BFH/​NV 2013, 246[]
  3. s. FG Mün­chen vom 19.09.2007 – 9 K 4047/​06, EFG 2008, 462; Kel­ler in Kayser/​Thole, Hei­del­ber­ger Kom­men­tar zur Insol­venz­ord­nung, 8. Aufl., § 36 Rz 76[]