Deut­sches oder pol­ni­sches Kin­der­geld?

Anwend­bar­keit deut­schen Kin­der­geld­rechts in Kon­kur­renz zu Vor­schrif­ten ande­rer EU-Staa­ten

Deut­sches oder pol­ni­sches Kin­der­geld?

Die Kon­kur­renz des deut­schen Kin­der­geld­rechts im Ver­hält­nis zu Kin­der­geld­vor­schrif­ten ande­rer Staa­ten der Euro­päi­schen Gemein­schaft beschäf­tigt die Finanz­ge­rich­te bun­des­weit in vie­len Ver­fah­ren. Nach Ansicht des Finanz­ge­richts Düs­sel­dorf erhält ein in Polen der Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht unter­lie­gen­der pol­ni­scher Arbeit­neh­mer, der von sei­nem pol­ni­schen Arbeit­ge­ber im Jahr 2006 in die BRD für weni­ger als 12 Mona­te ent­sandt und in der BRD unter Anwen­dung des § 1 Abs. 3 EStG mit sei­ner Ehe­frau zusam­men zur Ein­kom­men­steu­er ver­an­lagt wur­de, für sein in Polen leben­des Kind, für das in Polen zu Recht Kin­der­geld gezahlt wur­de, kein "deut­sches Kin­der­geld", auch kein sog. Dif­fe­renz­kin­der­geld. Er unter­lie­ge den Rechts­vor­schrif­ten Polens über sozia­le Sicher­heit und den pol­ni­schen Vor­schrif­ten über Fami­li­en­leis­tun­gen. Deut­sches Kin­der­geld­recht sei in sol­chen Fäl­len nicht anzu­wen­den.

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf ver­tritt damit eine ande­re Auf­fas­sung als das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt 1 und das Finanz­ge­richt Köln 2.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Die vom Finanz­ge­richt zur Wah­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung und zur Rechts­fort­bil­dung zuge­las­se­ne Revi­si­on ist der­zeit beim 3. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs anhän­gig 3.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 22. Dezem­ber 2008 – 10 K 404/​08 Kg

  1. Urteil vom 24. Janu­ar 2008 1 K 83/​07, EFG 2008, 1570[]
  2. Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2008 10 K 4830/​05[]
  3. III R 5/​09[]