Die ver­mie­te­te Feri­en­woh­nung – und die Über­schuss­pro­gno­se

Von der Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht ist bei der Ver­mie­tung einer Feri­en­woh­nung nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ohne Wei­te­res aus­zu­ge­hen, wenn die Woh­nung aus­schließ­lich an wech­seln­de Feri­en­gäs­te ver­mie­tet und in der übri­gen Zeit hier­für bereit­ge­hal­ten wird.

Die ver­mie­te­te Feri­en­woh­nung – und die Über­schuss­pro­gno­se

Uner­heb­lich ist es inso­weit, ob die Feri­en­woh­nung in Eigen­re­gie ver­mie­tet oder ob mit der Ver­mie­tung ‑wie hier- ein Drit­ter beauf­tragt wird.

Ob der Steu­er­pflich­ti­ge die Feri­en­woh­nung selbst genutzt hat, muss das Finanz­ge­richt ‑not­falls anhand von Indi­zi­en- fest­stel­len 1.

Unab­hän­gig davon bedarf es einer Über­schuss­pro­gno­se auch bei feh­len­der Selbst­nut­zung, wenn die tat­säch­lich erziel­te Ver­mie­tungs­zeit die orts­üb­li­che Ver­mie­tungs­zeit erheb­lich (d.h. um mehr als 25 %) unter­schrei­tet.

Soweit es auf eine Über­schuss­pro­gno­se ankommt, weist der Bun­des­fi­nanz­hof dar­auf hin, dass die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer inso­fern nicht an den von ihrem Steu­er­be­ra­ter ein­mal ein­ge­reich­ten Berech­nun­gen fest­zu­hal­ten sind. Die Pro­gno­se kann selbst­ver­ständ­lich fort­ent­wi­ckelt oder auch kor­ri­giert wer­den.

Der Umstand, dass die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer die Ver­mie­tung der Feri­en­woh­nung in einem spä­te­ren Jahr auf­ge­ge­ben haben, wirkt nicht in der Wei­se auf die frü­he­ren Jah­re zurück, dass die Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht in die­sen Jah­ren des­we­gen ent­fällt. Die Pro­gno­se ist viel­mehr aus der Sicht ex ante und auf den Schluss des jewei­li­gen Ver­an­la­gungs­zeit­raums auf­zu­stel­len. Nach­träg­li­che tat­säch­li­che Ver­än­de­run­gen wir­ken auf sie nicht zurück.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Juli 2016 – IX R 21/​15

  1. zu den Indi­zi­en vgl. Blümich/​Schallmoser, § 21 EStG Rz 177[]