Die im Ausland belegene Immobilie – und das private Veräußerungsgeschäft

Bei der Veräußerung einer im Ausland belegenen Immobilie ist für eine Besteuerung im Inland auf die unbeschränkte Steuerpflicht des Veräußernden im Inland im Zeitpunkt der Veräußerung abzustellen.

Die im Ausland belegene Immobilie – und das private Veräußerungsgeschäft

Dies folgt unmittelbar aus § 1 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG. Danach unterfallen bei einem Wohnsitz des Steuerpflichtigen im Inland die während seiner unbeschränkten Steuerpflicht verwirklichten Einkünfte nach § 22 Nr. 2, § 23 EStG der Einkommensteuer1. Verwirklicht ist der Tatbestand des § 22 Nr. 2, § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG mit der Veräußerung des angeschafften Wirtschaftsguts. Zu versteuern ist der Veräußerungsgewinn nach § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG im Zeitpunkt des Zuflusses.

Aufgrund des bei einem privaten Veräußerungsgeschäft geltenden Stichtagsprinzips kommt es bei einer Anschaffung und Veräußerung in Fremdwährung -hier Schweizer Franken- auf den amtlichen Umrechnungskurs zum jeweiligen Zeitpunkt an. Entsprechend dem Normzweck des § 23 EStG, den aufgrund der Veräußerung der in der Vorschrift aufgezählten Wirtschaftsgüter eintretenden Zuwachs an finanzieller Leistungsfähigkeit zu erfassen, sind Währungskursänderungen im Zeitpunkt der späteren Veräußerung bei der Ermittlung des steuerbaren Veräußerungsgewinns i.S. des § 23 Abs. 3 EStG zu berücksichtigen2.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 6. November 2015 – IX B 54/15

  1. vgl. Blümich/Glenk, § 23 EStG Rz 26; Musil in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG, § 23 Rz 16 []
  2. vgl. BFH, Urteile vom 21.01.2014 – IX R 11/13, BFHE 244, 44, BStBl II 2014, 385, unter II. 2.b, sowie -zu § 17 EStG- vom 24.01.2012 – IX R 62/10, BFHE 236, 362, BStBl II 2012, 564; und vom 18.11.2014 – IX R 30/13, BFH/NV 2015, 489, unter II. 1.c []