Die Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung als Kre­dit­si­cher­heit

Dient eine Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung der Rück­zah­lung von Dar­le­hen, die zum Erwerb von Miet­grund­stü­cken auf­ge­nom­men wor­den sind, so sind die Zin­sen für ein zur Finan­zie­rung der Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge auf­ge­nom­me­nes Dar­le­hen als Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung abzieh­bar.

Die Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung als Kre­dit­si­cher­heit

Damit hat der Bun­des­fi­nanz­hof den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug von Zin­sen für ein Dar­le­hen zur Finan­zie­rung der Bei­trä­ge für eine Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung zuge­las­sen, wenn die Ver­si­che­rung als Bestand­teil eines ein­heit­li­chen Gesamt­kon­zepts zur Finan­zie­rung der Anschaf­fungs­kos­ten von Miet­grund­stü­cken dient, für deren Erwerb Dar­le­hen auf­ge­nom­men wor­den sind.

In dem jetzt vom BFH ent­schie­de­nen Fall hat­te der Klä­ger im Zusam­men­hang mit dem Kauf ver­schie­de­ner, für Ver­mie­tungs­zwe­cke vor­ge­se­he­ner Immo­bi­li­en Dar­le­hen auf­ge­nom­men, deren Rück­zah­lung durch gleich­zei­tig abge­schlos­se­ne Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen mit einer Min­dest­lauf­zeit von 12 Jah­ren erfol­gen soll­te. Die Ansprü­che aus den Lebens­ver­si­che­run­gen wur­den an die finan­zie­ren­den Kre­dit­in­sti­tu­te abge­tre­ten. Die Ver­si­che­rungs­prä­mie finan­zier­te der Klä­ger durch ver­zins­li­che Dar­le­hen, wodurch ihm die Auf­wen­dun­gen ent­stan­den, über deren Abzieh­bar­keit zu ent­schei­den war.

Das erst­in­stanz­lich mit dem Fall befaß­te Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te die Zins­auf­wen­dun­gen für die Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge nicht als Wer­bungs­kos­ten zum Abzug zuge­las­sen, da die Schuld­zin­sen auch der Absi­che­rung des Todes­fall­ri­si­kos dien­ten. Zu Unrecht, wie jetzt der BFH befand.

Schuld­zin­sen sind nach stän­di­ger Recht­spre­chung abzieh­ba­re Wer­bungs­kos­ten, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge ein Dar­le­hen dazu ver­wen­det, um Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung zu erzie­len, ins­be­son­de­re indem er damit Anschaf­fungs­kos­ten eines der Ein­künf­te­er­zie­lung die­nen­den Gebäu­des finan­ziert. So beur­teil­te der BFH im jetzt ent­schie­de­nen Fall auch die Schuld­zin­sen, die der Klä­ger auf­wen­den muss­te, weil er die – selbst nicht abzieh­ba­ren – Prä­mi­en­zah­lun­gen durch Dar­le­hen finan­ziert hat. Wäh­rend mit den Ver­si­che­rungs­bei­trä­gen die Anschaf­fungs­dar­le­hen getilgt wer­den und sie des­halb zum pri­va­ten Ver­mö­gens­be­reich des Dar­le­hens­neh­mers zäh­len, die­nen die genann­ten Schuld­zin­sen der Finan­zie­rung der Til­gung der Anschaf­fungs­kos­ten und sind des­halb in glei­cher Wei­se zu beur­tei­len wie Schuld­zin­sen für ein Anschaf­fungs­dar­le­hen. Ent­schei­det sich der Steu­er­pflich­ti­ge – anstel­le einer Lang­frist­fi­nan­zie­rung allein durch Dar­le­hen – für eine kür­ze­re Lauf­zeit der Finan­zie­rung unter Ein­satz von Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen, so wür­de sei­ne Finan­zie­rungs­frei­heit in unver­hält­nis­mä­ßi­ger Wei­se ein­ge­schränkt, wenn der wegen der kür­ze­ren Finan­zie­rungs­zeit höhe­re Finan­zie­rungs­auf­wand nicht rea­li­täts­ge­recht berück­sich­tigt wür­de.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Febru­ar 2009 – IX R 62/​07