Die vor 2005 abge­schlos­se­ne Lebens­ver­si­che­rung – und die Steu­er­pflicht für Zin­sen

Bei vor dem 31. Dezem­ber 2004 abge­schlos­se­nen Lebens­ver­si­che­run­gen waren außer­rech­nungs­mä­ßi­ge und rech­nungs­mä­ßi­ge Zin­sen aus den Spar­an­tei­len, die in den Bei­trä­gen zu Ver­si­che­run­gen auf den Erle­bens- oder Todes­fall ent­hal­ten sind, grund­sätz­lich steu­er­pflich­tig (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 EStG a.F.).

Die vor 2005 abge­schlos­se­ne Lebens­ver­si­che­rung – und die Steu­er­pflicht für Zin­sen

Die­se Steu­er­pflicht galt jedoch nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG a.F. nicht für Zin­sen aus Ver­si­che­run­gen im Sin­ne des § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG a.F., die mit Bei­trä­gen ver­rech­net oder im Ver­si­che­rungs­fall oder im Fall des Rück­kaufs des Ver­trags nach Ablauf von zwölf Jah­ren seit dem Ver­trags­ab­schluss aus­ge­zahlt wer­den.

Die Vor­schrift des § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG a.F. führt Risi­ko­ver­si­che­run­gen an, die nur für den Todes­fall eine Leis­tung vor­se­hen (Dop­pel­buchst. aa), Ren­ten­ver­si­che­run­gen ohne Kapi­tal­wahl­recht, (Dop­pel­buchst. bb), Ren­ten­ver­si­che­run­gen mit Kapi­tal­wahl­recht gegen lau­fen­de Bei­trags­leis­tung, wenn das Kapi­tal­wahl­recht nicht vor Ablauf von zwölf Jah­ren seit Ver­trags­ab­schluss aus­ge­übt wer­den kann (Dop­pel­buchst. cc) sowie Kapi­tal­ver­si­che­run­gen gegen lau­fen­de Bei­trags­leis­tung mit Spar­an­teil, wenn der Ver­trag für die Dau­er von min­des­tens zwölf Jah­ren abge­schlos­sen wor­den ist (Dop­pel­buchst. dd), wobei die Bei­trä­ge zu Ver­si­che­run­gen im Sin­ne der Dop­pel­buch­sta­ben cc und dd ab dem Kalen­der­jahr 2004 in Höhe von 88 vom Hun­dert als Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen zu berück­sich­ti­gen waren.

Im hier vom Finanz­ge­richt Mün­chen ent­schie­de­nen Streit­fall ergibt sich aus der Beschei­ni­gung des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens, dass die Ver­si­che­rung kei­ner nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz begüns­tig­ten Ver­trags­form ent­spricht. Der seit Ver­trag kam durch die Zusam­men­le­gung von ins­ge­samt 18 Ver­si­che­run­gen, die zwi­schen 1974 und 1991 jeweils gegen die Zah­lung eines Ein­mal­bei­trags geschlos­sen wor­den waren, zustan­de. Somit liegt kein in § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG a.F. genann­ter Ver­trag vor 1.

Finanz­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 4. Dezem­ber 2015 – – 7 K 2430/​14

  1. vgl. BMF Schrei­ben vom 22.08.2002 – IV C 4 – S 2221 ‑211/​02, DStR 2002, 1667 unter I. 2. "nicht begüns­tig­te Ver­si­che­run­gen"[]