Die leer­ste­hen­de möblier­te Woh­nung – Ver­mie­tungs­be­mü­hun­gen und die Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht

Mit den Anfor­de­run­gen, die zur Fest­stel­lung einer Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht an die Ver­mie­tungs­be­mü­hun­gen bei lang andau­ern­dem Leer­stand einer möblier­ten Woh­nung zu stel­len sind, hat­te sich erneut der Bun­des­fi­nanz­hof zu befas­sen:

Die leer­ste­hen­de möblier­te Woh­nung – Ver­mie­tungs­be­mü­hun­gen und die Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht

Die Fra­ge, ob und wie von einem Steu­er­pflich­ti­gen bei den Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung bei einem län­ger­fris­ti­gen Leer­stand einer Woh­nung die Über­schuss­erzie­lungs­ab­sicht dar­zu­le­gen ist, ist in der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs geklärt. Auch ist geklärt, dass der end­gül­ti­ge Ent­schluss zur Ver­mie­tung anhand objek­ti­ver Umstän­de vom Steu­er­pflich­ti­gen dar­zu­le­gen ist und dass zu den ernst­haf­ten und nach­hal­ti­gen Ver­mie­tungs­be­mü­hun­gen auch gehö­ren kann, bei feh­len­der Nach­fra­ge durch Zuge­ständ­nis­se bei der Aus­ge­stal­tung des Miet­ver­hält­nis­ses die Attrak­ti­vi­tät des Objekts zu erhö­hen 1.

Hin­sicht­lich des Vor­lie­gens der Ver­mie­tungs­ab­sicht ist auf die ernst­haf­ten und nach­hal­ti­gen Ver­mie­tungs­be­mü­hun­gen und damit auf objek­ti­ve Umstän­de abzu­stel­len 2. Zudem hat auch die Ent­schei­dung des Finanz­ge­richt Mün­chen in EFG 2012, 1058 ent­schei­dungs­er­heb­lich dar­auf abge­stellt, dass bei dau­er­haf­tem Leer­stand einer bis­lang aus­schließ­lich möbliert ange­bo­te­nen Woh­nung für die Prü­fung der der Über­schuss­erzie­lungs­ab­sicht auch der Umstand eine Rol­le spie­len kann, ob eine Ver­mie­tung im unmö­blier­tem Zustand in Erwä­gung gezo­gen wird.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 5. Janu­ar 2015 – IX B 126/​14

  1. vgl. dazu BFH, Urteil vom 11.12 2012 – IX R 14/​12, BFHE 239, 453, BSt­Bl II 2013, 279, unter II. 2.c[]
  2. FG Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom vom 16.05.2011 – 10 K 4499/​08, EFG 2011, 2073; FG Köln, Urteil vom 28.04.2009 – 8 K 1214/​07, EFG 2010, 786; FG Mün­chen, Urteil vom 25.05.2011 – 1 K 4079/​09, EFG 2012, 1058; FG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 14.04.2011 – 3 K 2202/​08, EFG 2012, 406[]