Die Öff­nungs­klau­sel bei der Ren­ten­be­steue­rung

Bei der Ein­füh­rung der seit 2005 gel­ten­den Form der Besteue­rung von Alters­ren­ten durch das Alters­ein­künf­te­ge­setz sah der Gesetz­ge­ber in § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. bb Satz 2 EStG eine Über­gangs­re­ge­lung vor, wonach die bis­he­ri­ge Ertrags­ren­ten­be­steue­rung bei­be­hal­ten wer­den konn­te, soweit die­se auf bis zum 31. Dezem­ber 2004 geleis­te­ten Bei­trä­gen beru­hen, wel­che ober­halb des Betrags des Höchst­bei­trags zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung gezahlt wur­den, wobei der Betrag des Höchst­bei­trags min­des­tens zehn Jah­re über­schrit­ten wer­den muss­te.

Die Öff­nungs­klau­sel bei der Ren­ten­be­steue­rung

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te sich jetzt erneut hier­mit zu befas­sen. Er hält die­se Öff­nungs­klau­sel in einem aktu­el­len Urteil wei­ter­hin nicht nur für unbe­denk­lich, son­dern hat gleich­zei­tig ihren Anwen­dungs­be­reich bei (befrei­en­den) Lebens­ver­si­che­run­gen ein­ge­schränkt:

So begeg­net der gesetz­lich gefor­der­te Zehn­jah­res­zeit­raum der Öff­nungs­klau­sel des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. bb Satz 2 EStG nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Wei­ter ist nach dem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs der jewei­li­ge Höchst­bei­trag zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung auch dann maß­geb­lich, wenn nur für einen Teil des Jah­res Bei­trä­ge gezahlt wor­den sind.

Zah­lun­gen in eine (befrei­en­de) Lebens­ver­si­che­rung sind bei der Berech­nung der geleis­te­ten jähr­li­chen Bei­trä­ge nicht zu berück­sich­ti­gen, wenn die Lebens­ver­si­che­rung steu­er­frei aus­ge­zahlt wur­de bzw. wer­den kann.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 4. Febru­ar 2010 X R 58/​08