Die ver­früht gezahl­te Ren­te der Basis­ver­sor­gung – und die Rentenbesteuerung

Zwar gehört es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zu den wesent­li­chen Merk­ma­len von Ren­ten, die der Basis­ver­sor­gung zuzu­ord­nen sind, dass sie erst bei Errei­chen einer bestimm­ten Alters­gren­ze bzw. bei Erwerbs­un­fä­hig­keit gezahlt wer­den1. Dies bedeu­tet aber nicht, dass die Zuord­nung einer Ren­te zur Basis­ver­sor­gung auf­ge­ho­ben wird und deren Steu­er­pflicht nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. aa EStG ent­fällt, wenn sie infol­ge eines dem Ver­sor­gungs­trä­ger im Ein­zel­fall unter­lau­fe­nen Feh­lers bereits kurz vor Voll­endung der maß­ge­ben­den Alters­gren­ze aus­ge­zahlt wird.

Die ver­früht gezahl­te Ren­te der Basis­ver­sor­gung – und die Rentenbesteuerung

Im Übri­gen ent­hält das Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs in BFHE 261, 203, BStBl II 2018, 579 nicht den Rechts­satz, eine Ver­sor­gungs­leis­tung, die vor der hier­für gel­ten­den Alters­gren­ze erbracht wer­de, stel­le kei­ne unter § 22 Nr. 1 Satz 3 EStG Buchst. a Dop­pel­buchst. aa EStG fal­len­de Leis­tung der Basis­ver­sor­gung dar. In den Ent­schei­dungs­grün­den die­ses Urteils heißt es ledig­lich, wesent­li­ches Merk­mal der Basis­ver­sor­gung sei u.a., dass die Ren­ten erst bei Errei­chen einer bestimm­ten Alters­gren­ze bzw. Erwerbs­un­fä­hig­keit gezahlt wer­den. Damit ist aber nur gemeint, dass eine abs­trak­te Rege­lung bestehen muss, wonach die Ren­ten erst bei Errei­chen einer bestimm­ten Alters­gren­ze gezahlt wer­den. Dies bedeu­tet indes nicht, dass die Zuord­nung einer Ren­ten- oder aus­nahms­wei­sen Kapi­tal­zah­lung zur Basis­ver­sor­gung auf­ge­ho­ben wird ‑mit der Fol­ge der feh­len­den Steu­er­pflicht nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. aa EStG‑, wenn sie infol­ge eines dem Ver­sor­gungs­trä­ger im Ein­zel­fall unter­lau­fe­nen Feh­lers ver­se­hent­lich bereits kurz vor Voll­endung der maß­ge­ben­den Alters­gren­ze aus­ge­zahlt wird.

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Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 7. Juni 2021 – X B 140/​20

  1. vgl. BFH, Urteil vom 12.12.2017 – X R 39/​15, BFHE 261, 203, BStBl II 2018, 579, Rz 26[]

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