Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung bei nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaft

Mehr­auf­wen­dun­gen, die im Rah­men einer aus beruf­li­chem Anlass begrün­de­ten dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung anfal­len, kön­nen zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug füh­ren. In stän­di­ger Recht­spre­chung wird im Hin­blick auf den Schutz von Ehe und Fami­lie eine aus beruf­li­chem Anlass begrün­de­te dop­pel­te Haus­halts­füh­rung in Fäl­len der Ehe­schlie­ßung aus­nahms­wei­se auch dann ange­nom­men, wenn bei­de Ehe­gat­ten im Zeit­punkt der Ehe­schlie­ßung an ver­schie­de­nen Orten beruf­lich tätig sind, jeweils dort woh­nen, und anläss­lich ihrer Hei­rat eine der bei­den Woh­nun­gen oder eine neue Woh­nung an einem drit­ten Ort zum Fami­li­en­haus­stand machen.

Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung bei nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaft

Die­se Recht­spre­chung ist unter ver­fas­sungs­recht­li­chen Gesichts­punk­ten nicht in jedem Fall auf nicht ehe­li­che Lebens­ge­mein­schaf­ten zu über­tra­gen. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat jetzt jedoch ent­schie­den, dass die Grün­dung eines dop­pel­ten Haus­halts unter Part­nern einer nicht ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft beruf­lich ver­an­lasst ist, wenn die Part­ner vor der Geburt eines gemein­sa­men Kin­des an ver­schie­de­nen Orten berufs­tä­tig sind, dort woh­nen und im zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Geburt des Kin­des eine der bei­den Woh­nun­gen zur Fami­li­en­woh­nung machen.

Im Streit­fall sah der BFH die­se Vor­aus­set­zun­gen aller­dings nicht als gege­ben an. Der Klä­ger hat­te erst zwei Jah­re nach der Geburt des gemein­sa­men Kin­des sei­nen Wohn­sitz in die Woh­nung sei­ner Part­ne­rin ver­legt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. März 2007 – VI R 31/​05