Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung trotz Beschäf­ti­gung am Haupt­wohn­sitz

Mehr­auf­wen­dun­gen wegen einer aus beruf­li­chem Anlass begrün­de­ten dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung sind als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in einem jetzt ver­öf­fent­lich­tem Urteil das Vor­lie­gen die­ser Vor­aus­set­zun­gen auch für den Fall ange­nom­men, dass ein Arbeit­neh­mer neben einer Beschäf­ti­gung am Ort der Zweit­woh­nung zugleich am Ort sei­ner Haupt­woh­nung beschäf­tigt ist. Die für die dop­pel­te Haus­halts­füh­rung erfor­der­li­che Auf­spal­tung der ein­heit­li­chen Haus­halts­füh­rung ist danach auch dann gege­ben, wenn der Arbeit­neh­mer am Ort sei­ner zwei­ten Arbeits­stät­te für die dor­ti­gen Arbeits­ein­sät­ze eine zwei­te Woh­nung unter­hält. Der Abzug von Mehr­auf­wen­dun­gen für dop­pel­te Haus­halts­füh­rung ist damit nicht auf die Fäl­le beschränkt, in denen der Arbeit­neh­mer aus­schließ­lich außer­halb des Ortes sei­ner Haupt­woh­nung beschäf­tigt ist.

Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung trotz Beschäf­ti­gung am Haupt­wohn­sitz

Der Klä­ger war im Streit­fall wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter eines Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Er hat­te im Streit­jahr 1996 sei­ne Dienst­pflich­ten sowohl im Wahl­kreis des Abge­ord­ne­ten in Ber­lin als auch am dama­li­gen Sitz des Bun­des­ta­ges in Bonn zu erfül­len. Neben sei­nem Haupt­wohn­sitz in Ber­lin unter­hielt der Klä­ger auch in Bonn eine eige­ne Woh­nung, deren Kos­ten er steu­er­lich gel­tend mach­te. Der BFH erkann­te (im Gegen­satz zur Vor­in­stanz) die Auf­wen­dun­gen auf­grund der dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung des Klä­gers als Wer­bungs­kos­ten an. Die Auf­wen­dun­gen für die Zweit­woh­nung hielt er für unver­meid­lich, da der Klä­ger sie nicht durch Ver­le­gung sei­nes Haus­stands an den Beschäf­ti­gungs­ort ver­mei­den konn­te.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. Mai 2007 – VI R 47/​03