Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung – und der eige­ne Haus­stand außer­halb des Beschäf­ti­gungs­or­tes

Es ist durch die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs hin­rei­chend geklärt, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Arbeit­neh­mer außer­halb sei­nes Beschäf­ti­gungs­or­tes einen eige­nen Haus­stand unter­hält. Hier­nach ist anhand einer Gesamt­wür­di­gung aller Umstän­de des Ein­zel­falls fest­zu­stel­len, ob die außer­halb des Beschäf­ti­gungs­or­tes bele­ge­ne Woh­nung des Arbeit­neh­mers als Mit­tel­punkt sei­ner Lebens­in­ter­es­sen anzu­se­hen ist und des­halb sei­nen Haus­stand dar­stellt.

Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung – und der eige­ne Haus­stand außer­halb des Beschäf­ti­gungs­or­tes

Das gilt auch dann, wenn bei­der­seits berufs­tä­ti­ge Ehe­gat­ten wäh­rend der Woche am Beschäf­ti­gungs­ort zusam­men­le­ben. Die­ser Umstand allein recht­fer­tigt es nicht, dort den Lebens­mit­tel­punkt des Steu­er­pflich­ti­gen und sei­ner (Haupt-)Bezugsperson zu ver­or­ten.

In der Regel ver­la­gert sich indes der Mit­tel­punkt der Lebens­in­ter­es­sen eines Arbeit­neh­mers an den Beschäf­ti­gungs­ort, wenn er dort mit sei­nem Ehe­gat­ten in eine fami­li­en­ge­rech­te Woh­nung ein­zieht, auch wenn die frü­he­re Woh­nung bei­be­hal­ten und zeit­wei­se noch genutzt wird [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 20. Janu­ar 2016 – VI B 61/​15

  1. BFH, Urteil vom 08.10.2014 – VI R 16/​14, BFHE 247, 406, BStBl II 2015, 511; BFH, Beschlüs­se vom 09.02.2015 – VI B 80/​14, BFH/​NV 2015, 675; und vom 05.10.2011 – VI B 58/​11, BFH/​NV 2012, 233, m.w.N.[]