Doppelte Haushaltsführung und die Wohnungsgröße

Zu den notwendigen Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung gehören insbesondere Kosten der Wohnung am Arbeitsort. Als Unterkunftskosten am Beschäftigungsort sind grundsätzlich die tatsächlich angefallenen Aufwendungen als Erwerbsaufwand anzusetzen. Die Ermittlung fiktiver (Miet-)Kosten ist allerdings dann geboten, wenn die tatsächlichen Kosten so hoch sind, dass es sich beim Gesamtbetrag nach objektiven Maßstäben nicht mehr um notwendige Mehraufwendungen für die Unterkunft im Sinne von § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 1 EStG handelt1.

Doppelte Haushaltsführung und die Wohnungsgröße

Da im Rahmen der doppelten Haushaltsführung nur die zu den Wohnungsaufwendungen des Familienhausstands hinzukommenden Wohnkosten abziehbar sind, hat sich das Merkmal “notwendig” am Abzugszweck der Berücksichtigung eines zusätzlichen Wohnbedarfs des Steuerpflichtigen am Beschäftigungsort zu orientieren. Es geht also darum, welcher Wohnungszuschnitt für einen Steuerpflichtigen als Einzelperson objektiv angemessen ist, der von dort seiner Arbeit nachgeht, aber an einem anderen Ort seinen Haupthausstand beibehalten hat.

In seiner Entscheidung in BFHE 218, 3802 hat der VI. Senat des Bundesfinanzhof in diesem Zusammenhang als Obergrenze notwendiger Mehraufwendungen die Kosten angesehen, die sich für eine Wohnung mit einer Wohnfläche bis zu 60 m² bei einem ortsüblichen Mietzins je Quadratmeter für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche Wohnung ergeben3. Der VIII. Senat des Bundesfinanzhofs schließt sich dieser Rechtsprechung nun ausdrücklich an.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 16. März 2010 – VIII R 48/07

  1. BFH, Urteil in BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820, m.w.N. []
  2. = BStBl II 2007, 820 []
  3. ebenso BFH, Urteil vom 09.08.2007 – VI R 23/05, BFHE 218, 376, BStBl II 2009, 722 []