Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung und die Woh­nungs­grö­ße

Zu den not­wen­di­gen Mehr­auf­wen­dun­gen für eine dop­pel­te Haus­halts­füh­rung gehö­ren ins­be­son­de­re Kos­ten der Woh­nung am Arbeits­ort. Als Unter­kunfts­kos­ten am Beschäf­ti­gungs­ort sind grund­sätz­lich die tat­säch­lich ange­fal­le­nen Auf­wen­dun­gen als Erwerbs­auf­wand anzu­set­zen. Die Ermitt­lung fik­ti­ver (Miet-)Kos­ten ist aller­dings dann gebo­ten, wenn die tat­säch­li­chen Kos­ten so hoch sind, dass es sich beim Gesamt­be­trag nach objek­ti­ven Maß­stä­ben nicht mehr um not­wen­di­ge Mehr­auf­wen­dun­gen für die Unter­kunft im Sin­ne von § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 1 EStG han­delt [1].

Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung und die Woh­nungs­grö­ße

Da im Rah­men der dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung nur die zu den Woh­nungs­auf­wen­dun­gen des Fami­li­en­haus­stands hin­zu­kom­men­den Wohn­kos­ten abzieh­bar sind, hat sich das Merk­mal „not­wen­dig“ am Abzugs­zweck der Berück­sich­ti­gung eines zusätz­li­chen Wohn­be­darfs des Steu­er­pflich­ti­gen am Beschäf­ti­gungs­ort zu ori­en­tie­ren. Es geht also dar­um, wel­cher Woh­nungs­zu­schnitt für einen Steu­er­pflich­ti­gen als Ein­zel­per­son objek­tiv ange­mes­sen ist, der von dort sei­ner Arbeit nach­geht, aber an einem ande­ren Ort sei­nen Haupt­haus­stand bei­be­hal­ten hat.

In sei­ner Ent­schei­dung in BFHE 218, 380 [2] hat der VI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hof in die­sem Zusam­men­hang als Ober­gren­ze not­wen­di­ger Mehr­auf­wen­dun­gen die Kos­ten ange­se­hen, die sich für eine Woh­nung mit einer Wohn­flä­che bis zu 60 m² bei einem orts­üb­li­chen Miet­zins je Qua­drat­me­ter für eine nach Lage und Aus­stat­tung durch­schnitt­li­che Woh­nung erge­ben [3]. Der VIII. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs schließt sich die­ser Recht­spre­chung nun aus­drück­lich an.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. März 2010 – VIII R 48/​07

  1. BFH, Urteil in BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820, m.w.N.[]
  2. = BStBl II 2007, 820[]
  3. eben­so BFH, Urteil vom 09.08.2007 – VI R 23/​05, BFHE 218, 376, BStBl II 2009, 722[]