Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung – und die Vor­greif­lich­keit des Fest­stel­lungs­ver­fah­rens

Die Beach­tung der Vor­greif­lich­keit des Fest­stel­lungs­ver­fah­rens für das Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren hin­sicht­lich der geson­dert fest­zu­stel­len­den Besteue­rungs­grund­la­gen gehört zu der auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren von Amts wegen zu beach­ten­den Grund­ord­nung des Ver­fah­rens.

Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung – und die Vor­greif­lich­keit des Fest­stel­lungs­ver­fah­rens

So fehl­te es im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall an der ent­spre­chen­den Fest­stel­lung eines nicht aus­gleichs­fä­hi­gen Ver­lus­tes gemäß § 15b Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Abs. 1 Satz 1 EStG, so dass die Sache an das Finanz­ge­richt zurück­ver­wie­sen wer­den muss­te (§ 127 FGO). Das Feh­len der ent­spre­chen­den Fest­stel­lung steht einer Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs über die Kla­ge ent­ge­gen.

Denn die Beach­tung der Vor­greif­lich­keit des Fest­stel­lungs­ver­fah­rens für das Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren hin­sicht­lich der geson­dert fest­zu­stel­len­den Besteue­rungs­grund­la­gen gehört zu der auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren von Amts wegen zu beach­ten­den Grund­ord­nung des Ver­fah­rens.

Das Finanz­ge­richt muss das Ver­fah­ren im zwei­ten Rechts­gang gemäß § 74 FGO aus­set­zen und damit dem Finanz­amt Gele­gen­heit geben, die feh­len­de Fest­stel­lung des ver­re­chen­ba­ren Ver­lus­tes gemäß § 15b Abs. 4 EStG nach­zu­ho­len1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 28. Juni 2017 – VIII R 46/​14

  1. BFH, Urteil in BFHE 252, 364, BSt­Bl II 2016, 388, m.w.N.