Ein­zel­bü­ros statt Groß­raum­bü­ro

Wer ein Groß­raum­bü­ro in Ein­zel­bü­ros unter Ver­wen­dung von Rigips-Stän­der­werk umbaut, kann den dafür ent­ste­hen­den Auf­wand nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs sofort als Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen bei den Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung abzie­hen.

Ein­zel­bü­ros statt Groß­raum­bü­ro

Der BFH hat sich damit nicht der bis­he­ri­gen Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung ange­schlos­sen, nach der ein Ein­bau von zusätz­li­chen Trenn­wän­den als Her­stel­lungs­kos­ten zu erfas­sen und nur nach Maß­ga­be der Abset­zung für Abnut­zung (AfA) nach § 7 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes bei den Wer­bungs­kos­ten im Rah­men der Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung zu berück­sich­ti­gen war. Denn nach der Recht­spre­chung wer­den ver­mie­te­te Räu­me durch eine Umge­stal­tung wie Ver­le­gung und Ent­fer­nen von Zwi­schen­wän­den nicht “her­ge­stellt”. Eine Her­stel­lung kann dabei nur ange­nom­men wer­den, wenn die neu ein­ge­füg­ten Gebäu­de­tei­le dem Gesamt­ge­bäu­de das bau­tech­ni­sche Geprä­ge geben, z.B. indem sie – anders als im ent­schie­de­nen Fall – ver­brauch­te Tei­le erset­zen, die für die Nut­zungs­dau­er bestim­mend sind. Füh­ren die Kos­ten weder zu einer Wesens­än­de­rung der ver­mie­te­ten Räu­me noch zu einer Erwei­te­rung der Nutz­flä­che und erhö­hen sie auch nicht den Stan­dard des Ver­mie­tungs­ob­jekts, liegt kei­ne Her­stel­lungs­maß­nah­me vor, so dass der ent­spre­chen­de Auf­wand unein­ge­schränkt den sofort abzieh­ba­ren Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen zuzu­rech­nen ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16.01.07 – IX R 39/​05