Ergän­zungs­be­schei­de und Ver­mö­gens­ver­schie­bung bei Ehe­gat­ten

Es ist kein hin­rei­chen­der Grund ersicht­lich, den zwi­schen zusam­men­ver­an­lag­ten Ehe­gat­ten unent­gelt­lich zuge­wen­de­ten Ver­mö­gens­wert nach § 278 Abs. 2 AO 1977 einem zeit­lich unbe­schränk­ten Zugriff durch das FA aus­zu­set­zen, wäh­rend die Anfech­tung einer sol­chen Ver­mö­gens­ver­schie­bung nach dem AnfG bei nicht zusam­men­ver­an­lag­ten Ehe­leu­ten nur zeit­lich ein­ge­schränkt mög­lich ist.

Ergän­zungs­be­schei­de und Ver­mö­gens­ver­schie­bung bei Ehe­gat­ten

Soweit § 278 Abs. 2 AO 1977 eine zeit­lich unbe­schränk­te Inan­spruch­nah­me des Zuwen­dungs­emp­fän­gers vor­sieht, wäh­rend das AnfG für ver­gleich­ba­re Sach­ver­hal­te zeit­lich begrenz­te Anfech­tungs­mög­lich­kei­ten eröff­net, liegt eine Rege­lungs­lü­cke vor, die durch eine ana­lo­ge Anwen­dung von § 3 Abs. 1 AnfG zu schlie­ßen ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. Mai 2006 VII R 15/​05