Erst­stu­di­um und Wer­bungs­kos­ten

Nach der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs kön­nen Auf­wen­dun­gen für eine Bil­dungs­maß­nah­me Wer­bungs­kos­ten sein, sofern sie beruf­lich ver­an­lasst sind. Es kommt für die steu­er­li­che Berück­sich­ti­gung nicht dar­auf an, ob ein neu­er, ein ande­rer oder ein erst­ma­li­ger Beruf aus­ge­übt wer­den soll. Der erfor­der­li­che Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hang kann bei jeder beruf­li­chen Bil­dungs­maß­nah­me erfüllt sein. Jetzt hat der BFH ent­schie­den, dass die glei­chen Grund­sät­ze für ein im Anschluss an das Abitur durch­ge­führ­tes Hoch­schul­stu­di­um gel­ten und die­se Auf­wen­dun­gen zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug füh­ren kön­nen.

Erst­stu­di­um und Wer­bungs­kos­ten

Im Streit­fall begann der 1982 gebo­re­ne Klä­ger nach Abitur und Zivil­dienst im Okto­ber 2003 mit dem Stu­di­um der Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten. Das Finanz­amt lehn­te den Abzug der Fahrt­kos­ten und wei­te­rer Auf­wen­dun­gen für das Stu­di­um als Wer­bungs­kos­ten ab. Das Finanz­ge­richt gab der Kla­ge inso­weit statt. Der BFH ist die­ser Auf­fas­sung gefolgt.

Es bestehe kein Grund, inso­weit zwi­schen einer aka­de­mi­schen und einer nicht aka­de­mi­schen Bil­dungs­maß­nah­me zu unter­schei­den. Denn in bei­den Fäl­len wür­den die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen, dass der Steu­er­pflich­ti­ge das erwor­be­ne Berufs­wis­sen am Markt ein­set­zen kön­ne, um steu­er­pflich­ti­ge Ein­nah­men zu erzie­len.

Zu beach­ten ist, dass sich die Rechts­la­ge ab Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2004 geän­dert hat. Nach § 12 Nr. 5 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) dür­fen Auf­wen­dun­gen für ein Erst­stu­di­um außer­halb eines Dienst­ver­hält­nis­ses nicht mehr als Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen wer­den; die­se Auf­wen­dun­gen kön­nen nur noch jähr­lich bis zu 4 000 ? als Son­der­aus­ga­ben zum Abzug gelan­gen (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG).

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. Juli 2006 – VI R 26/​05