Fahr­ten Woh­nung – Kun­de

Bei Fahr­ten, die ein Arbeit­neh­mer im Rah­men sei­nes Arbeits­ver­hält­nis­ses unter­nimmt, kann er die ihm hier­durch ent­ste­hen­den Kos­ten in vol­lem Umfang als Wer­bungs­kos­ten gel­tend machen. Eine Aus­nah­me besteht jedoch für die Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te des Arbeit­neh­mers, hier­für kann – unab­hän­gig von den tat­säch­lich ent­stan­de­nen, regel­mä­ßig höher lie­gen­den Kos­ten – stets nur eine Pau­scha­le von 0,30 € je Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter in Ansatz gebracht wer­den. Was aber gilt, wenn der Mit­ar­bei­ter nicht bei sei­nem Arbeit­ge­ber, son­dern für eine län­ge­re Zeit bei einem Kun­den des Arbeit­ge­bers ein­ge­setzt wird und von sei­ner Woh­nung unmit­tel­bar zu die­sem Kun­den fährt?

Fahr­ten Woh­nung – Kun­de

Die Ant­wort des Bun­des­fi­nanz­hofs: Eine Tätig­keits­stät­te beim Kun­den des Arbeit­ge­bers ist kei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te. Fahr­ten des Mit­ar­bei­ters von sei­ner Woh­nung zu sei­nem Ein­satz­platz beim Kun­den unter­lie­gen daher nicht der Beschrän­kung für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te.

Oder juris­tisch aus­ge­drückt: Die betrieb­li­che Ein­rich­tung eines Kun­den des Arbeit­ge­bers ist kei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG. Die Vor­schrift kommt dem­nach auch dann nicht zur Anwen­dung, wenn ein Arbeit­neh­mer bei einem Kun­den des Arbeit­ge­bers län­ger­fris­tig ein­ge­setzt ist 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. Juli 2009 VI R 21/​08

  1. Fest­hal­ten an BFH, Urteil vom 10.07.2008 – VI R 21/​07, BFHE 222, 391, BFH/​NV 2008, 1923[]