Fas­sa­den­re­no­vie­rung als haus­halts­na­he Dienst­leis­tung?

Seit 2003 wird gemäß § 35a Abs. 2 Satz 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) für die Inan­spruch­nah­me haus­halts­na­her Dienst­leis­tun­gen eine Steu­er­ermä­ßi­gung von höchs­tens 600 ? gewährt. Mit Urteil vom 1. Febru­ar 2007 VI R 77/​05 hat der Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­den, dass unter haus­halts­na­hen Dienst­leis­tun­gen nur haus­wirt­schaft­li­che Arbei­ten zu ver­ste­hen sind. Das sind Tätig­kei­ten, die gewöhn­lich durch Mit­glie­der des pri­va­ten Haus­halts oder ent­spre­chend Beschäf­tig­te erle­digt wer­den und in regel­mä­ßi­gen Abstän­den anfal­len. Hand­werk­li­che Tätig­kei­ten wie die Reno­vie­rung einer Haus­fas­sa­de, die im Regel­fall nur von Fach­kräf­ten durch­ge­führt wer­den, sind nach die­sem Urteil kei­ne typi­schen haus­wirt­schaft­li­chen Arbei­ten und dem­ge­mäß auch nicht nach § 35a Abs. 2 Satz 1 EStG steu­er­be­güns­tigt.

Fas­sa­den­re­no­vie­rung als haus­halts­na­he Dienst­leis­tung?

Zu beach­ten ist, dass seit 2006 die Inan­spruch­nah­me von Hand­werks­leis­tun­gen für Renovierungs‑, Erhal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­ar­bei­ten gemäß § 35a Abs. 2 Satz 2 EStG aus­drück­lich bis zu 600 ? steu­er­be­güns­tigt ist. Die­se Neu­re­ge­lung fand im Streit­fall, der das Jahr 2003 betraf, noch kei­ne Anwen­dung.

Haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen i.S. des § 35a Abs. 2 Satz 1 EStG sind Tätig­kei­ten, die gewöhn­lich durch Mit­glie­der des pri­va­ten Haus­halts oder ent­spre­chend Beschäf­tig­te erle­digt wer­den. Kei­ne haus­halts­na­hen Dienst­leis­tun­gen sind sol­che, die zwar im Haus­halt des Steu­er­pflich­ti­gen aus­ge­übt wer­den, aber kei­nen Bezug zur Haus­wirt­schaft haben.

Die Reno­vie­rung einer Haus­fas­sa­de ist kei­ne haus­halts­na­he Dienst­leis­tung; als Hand­wer­k­erleis­tung führt sie bis ein­schließ­lich des Ver­an­la­gungs­zeit­raums 2005 nicht zu einer Steu­er­ermä­ßi­gung nach § 35a Abs. 2 Satz 1 EStG.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 1. Febru­ar 2007 VI R 77/​05