Gering­fü­gig­keits­gren­ze für gesplit­te­te Abfin­dungs­zah­lun­gen

Eine Kün­di­gungs­ab­fin­dung ist steu­er­pflich­tig, unter­liegt aller­dings regel­mä­ßig nur einer ermä­ßig­ten Besteue­rung nach § 34 EStG. Die­se ermä­ßig­te Besteue­rung greift auch dann, wenn neben der Haupt­zah­lung ein gering­fü­gi­ger Teil im vor­an­ge­gan­ge­nen Jahr gezahlt wur­de. Das Finanz­ge­richt Köln sah in einem aktu­el­len Urteil eine sol­che Zah­lung dann als gering­fü­gig an, wenn sie nach Abzug des steu­er­frei­en Betra­ges 5% der Gesamt­ab­fin­dung nicht über­schrei­tet.

Gering­fü­gig­keits­gren­ze für gesplit­te­te Abfin­dungs­zah­lun­gen

Dem Urteil des Finanz­ge­richts Köln liegt die Kla­ge eines Arbeit­neh­mers zugrun­de, der nach mehr als 21-jäh­ri­ger Tätig­keit im Rah­men eines Sozi­al­plans für den Ver­lust sei­nes Arbeits­plat­zes ca. 80.000 € Abfin­dung bezog, wovon 10.000 Euro in 2005 und der Rest in 2006 gezahlt wur­den. Das Finanz­amt ver­sag­te die ermä­ßig­te Besteue­rung der Abfin­dungs­zah­lung in 2006, da es an einer "Zusam­men­bal­lung" der Zah­lun­gen in einem Besteue­rungs­zeit­raum feh­le. Hier­ge­gen wen­de­te sich der Klä­ger vor dem Finanz­ge­richt Köln erfolg­reich:

Zwar erfor­de­re, so das Finanz­ge­richt Köln, die ermä­ßig­te Besteue­rung grund­sätz­lich den Zufluss der Abfin­dung in einem Jahr, doch wer­de der Geset­zes­zweck ver­fehlt, wenn eine gering­fü­gi­ge "Vor­ab­zah­lung" im Vor­jahr die Steu­er­ermä­ßi­gung aus­schlie­ßen wür­de. Nach Abzug des Frei­be­tra­ges vom 7.200 Euro hat­te die an den Klä­ger im Vor­jahr geleis­tet Zah­lung ledig­lich ca. 4 % der gesam­ten Abfin­dung betra­gen.

Das Köl­ner Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, das Finanz­ge­richt Köln hat die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen zuge­las­sen. Zwar folgt das Urteil einer Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hof zur gesplit­te­ten Abfin­dungs­zah­lung 1, jedoch hat sich der Bun­des­fi­nanz­hof bis­her noch nicht dazu geäu­ßert, wo genau er die Gering­fü­gig­keits­gren­ze zieht.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 9. März 2010 – 8 K 972/​08

  1. BFH, Urteil vom 25.08.2009 – IX R 11/​09[]