Geschäfts­an­tei­le als Arbeits­lohn

Zu den Ein­nah­men aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit gehö­ren nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 EStG 2002 alle Güter, die in Geld oder Gel­des­wert bestehen und die dem Arbeit­neh­mer aus dem Dienst­ver­hält­nis für das Zur­ver­fü­gung­stel­len sei­ner indi­vi­du­el­len Arbeits­kraft zuflie­ßen.

Geschäfts­an­tei­le als Arbeits­lohn

Vor­tei­le wer­den "für" eine Beschäf­ti­gung gewährt, wenn sie durch das indi­vi­du­el­le Dienst­ver­hält­nis des Arbeit­neh­mers ver­an­lasst sind. Das ist der Fall, wenn der Vor­teil mit Rück­sicht auf das Dienst­ver­hält­nis ein­ge­räumt wird und sich die Leis­tung im wei­tes­ten Sin­ne als Gegen­leis­tung für das Zur­ver­fü­gung­stel­len der indi­vi­du­el­len Arbeits­kraft des Arbeit­neh­mers erweist 1.

Kein Arbeits­lohn liegt jedoch u.a. vor, wenn die Zuwen­dung wegen ande­rer Rechts­be­zie­hun­gen oder wegen sons­ti­ger, nicht auf dem Dienst­ver­hält­nis beru­hen­der Bezie­hun­gen zwi­schen Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber gewährt wird 2. Sol­che Rechts­be­zie­hun­gen zei­gen ihre Unab­hän­gig­keit und Eigen­stän­dig­keit ins­be­son­de­re dadurch, dass die­se auch selb­stän­dig und los­ge­löst vom Arbeits­ver­hält­nis bestehen könn­ten. Als der­ar­ti­ge Zuwen­dun­gen auf Grund von Son­der­rechts­be­zie­hun­gen kommt u.a. die Ver­äu­ße­rung von Sachen oder Rech­ten z.B. auch einer kapi­tal­mä­ßi­gen Betei­li­gung am Arbeit­ge­ber oder an einem ande­ren Unter­neh­men- in Betracht. Der Arbeit­neh­mer nutzt in die­sem Fall sein Kapi­tal als eine vom Arbeits­ver­hält­nis unab­hän­gi­ge und eigen­stän­di­ge Erwerbs­grund­la­ge zur Ein­kunfts­er­zie­lung; die dar­aus erziel­ten Erträ­ge sind daher kei­ne Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit, son­dern sol­che aus Kapi­tal­ver­mö­gen 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Mai 2014 – I R 42/​12

  1. z.B. BFH, Urtei­le vom 20.05.2010 – VI R 12/​08, BFHE 230, 136, BSt­Bl – II 2010, 1069; vom 30.06.2011 – VI R 80/​10, BFHE 234, 195, BSt­Bl – II 2011, 948[]
  2. BFH, Urtei­le in BFHE 230, 136, BSt­Bl – II 2010, 1069, und in BFHE 234, 195, BSt­Bl – II 2011, 948[]
  3. BFH, Urtei­le vom 05.04.2006 – IX R 111/​00, BFHE 213, 341, BSt­Bl – II 2006, 654; vom 17.06.2009 – VI R 69/​06, BFHE 226, 47, BSt­Bl – II 2010, 69[]