Getrennt lebende Eltern – und der Kindergeldanspruch

Bei mehreren Berechtigten (Eltern) ist das Kindergeld an denjenigen zu zahlen, in dessen Haushalt das Kind aufgenommen ist, auch wenn die Berechtigten zivilrechtlich etwas anderes vereinbart haben. Durch zivilrechtliche Vereinbarungen, auch wenn sie durch gerichtlichen Vergleich bestätigt werden, kann § 64 Abs. 2 Satz 1 EStG nicht außer Kraft gesetzt werden.

Getrennt lebende Eltern - und der Kindergeldanspruch

Bei mehreren Berechtigten (Eltern) ist das Kindergeld an denjenigen zu zahlen, in dessen Haushalt das Kind aufgenommen ist, auch wenn die Berechtigten zivilrechtlich etwas anderes vereinbart haben1. Durch zivilrechtliche Vereinbarungen, auch wenn sie durch gerichtlichen Vergleich bestätigt werden, kann § 64 Abs. 2 Satz 1 EStG nicht außer Kraft gesetzt werden2.

Zwar kann der Anspruch auf Kindergeld als Steuervergütung (§ 31 Satz 3 EStG) unter bestimmten Voraussetzungen abgetreten werden (vgl. § 46 AO). Die Abtretung erfasst indes nicht die gesamte Rechtsstellung des Kindergeldberechtigten. Übertragen werden kann nur der Zahlungsanspruch im Auszahlungsverfahren, nicht die Antragsberechtigung im Festsetzungsverfahren3.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 23. August 2016 – V R 19/15

  1. BFH, Beschluss vom 10.11.1998 – VI B 125/98, BFHE 187, 477, BStBl II 1999, 137 []
  2. BFH, Urteil vom 14.05.2002 – VIII R 64/00, BFH/NV 2002, 1425, unter II. 3. []
  3. vgl. BFH, Urteile vom 21.03.1975 – VI R 238/71, BFHE 115, 413, BStBl II 1975, 669, unter 2.; vom 18.08.1998 – VII R 114/97, BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84, unter II. 1.b; vom 16.04.2013 – VII R 44/12, BFHE 241, 291, BStBl II 2013, 778, Rz 16; BFH, Beschluss vom 15.12 2008 – VII B 155/08, BFH/NV 2009, 715 []