Grund­stücks­ge­mein­schaft – und die Zurech­nung von Ver­mie­tungs­ein­künf­ten

Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung sind den ver­mie­ten­den bzw. ver­pach­ten­den Eigen­tü­me­rin­nen nach den Betei­li­gungs­quo­ten zuzu­rech­nen.

Grund­stücks­ge­mein­schaft – und die Zurech­nung von Ver­mie­tungs­ein­künf­ten

Dies gilt auch, wenn die Eigen­tü­me­rin­nen zwar schuld­recht­lich ver­ein­bart, dass die lau­fen­den Ein­künf­te allein einer Eigen­tü­me­rin zuge­rech­net wer­den sol­len, es sich jedoch inso­weit nur um eine Ein­kom­mens­ver­wen­dungs­ab­re­de han­delt, die an der Zurech­nung der Ein­künf­te ent­spre­chend den Betei­li­gungs­ver­hält­nis­sen nichts ändert.

Den objek­ti­ven Tat­be­stand der Ein­kunfts­art Ver­mie­tung und Ver­pach­tung ver­wirk­licht, wer einem ande­ren eines der in § 21 Abs. 1 EStG genann­ten Wirt­schafts­gü­ter ent­gelt­lich auf Zeit zum Gebrauch oder zur Nut­zung über­lässt und in die­sem Zusam­men­hang Trä­ger der Rech­te und Pflich­ten aus einem Miet- oder Pacht­ver­trag ist.

Hin­sicht­lich des objek­ti­ven Tat­be­stands der Ein­kunfts­art Ver­mie­tung und Ver­pach­tung kommt es mit­hin dar­auf an, wer die maß­ge­ben­den wirt­schaft­li­chen Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis­se über das Miet­ob­jekt hat und damit eine Ver­miet­er­tä­tig­keit selbst aus­übt 1.

Um eine blo­ße Ein­kom­mens­ver­wen­dungs­ab­re­de han­delt es sich daher jeden­falls dann, wenn sich die "ver­zich­ten­den" Eigen­tü­me­rin­nen nicht ihrer wirt­schaft­li­chen Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis­se über das Miet­ob­jekt bege­ben haben.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 29. März 2017 – VI R 82/​14

  1. z.B. BFH, Urteil vom 12.07.2016 – IX R 21/​15, BFH/​NV 2016, 1695[]