Häus­li­ches Arbeits­zim­mer – und kein nutz­ba­rer Arbeits­platz

Der Abzug der Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer setzt vor­aus, dass dem jewei­li­gen Steu­er­pflich­ti­gen in dem Arbeits­zim­mer ein Arbeits­platz in einer Wei­se zur Ver­fü­gung steht, dass er ihn für sei­ne betriebliche/​berufliche Tätig­keit in dem kon­kret erfor­der­li­chen Umfang und in der kon­kret erfor­der­li­chen Art und Wei­se tat­säch­lich nut­zen kann.

Häus­li­ches Arbeits­zim­mer – und kein nutz­ba­rer Arbeits­platz

Im vor­lie­gen­den Fall hat­te das Finanz­ge­richt kei­ne Fest­stel­lun­gen dazu getrof­fen, ob bei­den Ehe­leu­ten in dem häus­li­chen Arbeits­zim­mer ein eige­ner Arbeits­platz zur Ver­fü­gung stand. Das Finanz­ge­richt hat auch zur beruf­li­chen Nut­zung des Arbeits­zim­mers durch die Klä­ge­rin im Streit­jahr 2008 kei­ne aus­rei­chen­den Fest­stel­lun­gen getrof­fen. Die Ehe­frau war nach der Geburt ihres Kin­des in die­sem Streit­jahr zumin­dest nicht mehr ganz­jäh­rig als Leh­re­rin tätig. Der Abzug der auf die Ehe­frau ent­fal­len­den Kos­ten für das Arbeits­zim­mer, die auf die­sen Zeit­raum ent­fal­len, kommt daher nur nach den Regeln vor­weg­ge­nom­me­ner Wer­bungs­kos­ten in Betracht 1. Das Finanz­ge­richt hat die erfor­der­li­chen tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen daher nun im zwei­ten Rechts­gang nach­zu­ho­len.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. Dezem­ber 2016 – VI R 53/​12

  1. BFH, Urteil vom 02.12 2005 – VI R 63/​03, BFHE 212, 118, BSt­Bl II 2006, 329; HHR/​Paul, § 4 EStG Rz 1565[]