Häus­li­ches Übe­zim­mer eines Orches­ter­mu­si­kers

Die Kos­ten für das häus­li­che Übe­zim­mer eines Orches­ter­mu­si­kers sind nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Baden-Würt­tem­berg nur ein­ge­schränkt wie ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar.

Häus­li­ches Übe­zim­mer eines Orches­ter­mu­si­kers

Das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg ent­schied, dass das in der eige­nen Woh­nung gele­ge­ne Übe­zim­mer eines Orches­ter­mu­si­kers einem häus­li­chen Arbeits­zim­mer gleich­steht. Für die Beur­tei­lung kommt es nach Auf­fas­sung des Finanz­ge­richts nicht dar­auf an, dass der Übe-Raum nicht der Erle­di­gung schrift­li­cher Arbei­ten dient und weder mit einem Schreib­tisch noch sonst mit büro­ty­pi­schen Gegen­stän­den wie etwa einem Com­pu­ter oder einem Tele­fon aus­ge­stat­tet ist. Ent­schei­dend ist viel­mehr, dass der Musi­ker den Raum zur häus­li­chen Vor­be­rei­tung der spä­te­ren Auf­füh­rung der Musik­stü­cke im Rah­men sei­nes Orches­ters und damit in einer Wei­se nutzt, die der­je­ni­gen ande­rer, büro­ty­pi­scher Beru­fe ver­gleich­bar ist.

Fol­ge die­ser Gleich­stel­lung mit einem häus­li­chen Arbeits­zim­mer ist, dass die Auf­wen­dun­gen für das Übe­zim­mer regel­mä­ßig nur bis zu 1.250 € im Jahr steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den kön­nen.

Finanz­ge­richht Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 6. April 2011 – 4 K 5121/​09