Halb­wai­sen­ren­te als kin­der­geld­schäd­li­che Ein­künf­te

Eine Halb­wai­sen­ren­te ist als kin­der­geld­schäd­li­che Ein­künf­te und Bezü­ge im Sin­ne des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG – in der bis zum Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2011 gel­ten­den Fas­sung – zu berück­sich­ti­gen.

Halb­wai­sen­ren­te als kin­der­geld­schäd­li­che Ein­künf­te

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist sowohl eine Voll­wai­sen- als auch eine Halb­wai­sen­ren­te in die Berech­nung der Ein­künf­te und Bezü­ge des Kin­des ein­zu­be­zie­hen [1].

Soweit dage­gen auf die Unter­halts­er­satz­funk­ti­on der Halb­wai­sen­ren­te hin­ge­wie­sen wird, setzt sich die­se Ansicht nicht hin­rei­chend damit aus­ein­an­der, dass der Bun­des­fi­nanz­hof die­sen Umstand in sei­ner Recht­spre­chung bereits gewür­digt hat. Denn zur Begrün­dung sei­ner Recht­spre­chung ver­wies der Bun­des­fi­nanz­hof dar­auf, dass Kin­der­geld typi­scher­wei­se dafür gewährt wird, dass Eltern eige­ne Unter­halts­leis­tun­gen erbrin­gen. Des­halb kön­nen im Rah­men des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG auch nur sol­che Unter­halts­leis­tun­gen außer Ansatz blei­ben, wäh­rend Leis­tun­gen Drit­ter (z.B. eines Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­gers) grund­sätz­lich zu erfas­sen sind [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 9. April 2014 – III B 143/​13

  1. BFH, Urteil vom 09.02.2012 – III R 73/​09, BFHE 236, 407, BStBl II 2012, 463, betref­fend Halb­wai­sen­ren­te; BFH, Urtei­le vom 14.11.2000 – VI R 52/​98, BFHE 193, 453, BStBl II 2001, 489, betref­fend Voll­wai­sen­ren­te; vom 16.04.2002 – VIII R 76/​01, BFHE 199, 116, BStBl II 2002, 525; vom 24.01.2013 – V R 42/​11, BFH/​NV 2013, 918; und vom 22.05.2002 – VIII R 82/​00, BFH/​NV 2002, 1298, jeweils betref­fend Halb­wai­sen­ren­te; vgl. auch BFH, Beschluss vom 09.12 2004 – VIII B 197/​04, BFH/​NV 2005, 867, betref­fend Unfall-Hin­ter­blie­be­nen­ren­te; BFH, Beschluss vom 12.06.2006 – III B 189/​05, BFH/​NV 2006, 2055, betref­fend Halb­wai­sen­ren­te[]
  2. BFH, Urteil in BFHE 193, 453, BStBl II 2001, 489[]