Haus­fi­nan­zie­rung mit Lebens­ver­si­che­run­gen

Ver­lus­te kön­nen regel­mä­ßig nur dann ein­kom­men­steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den, wenn auf Dau­er auch ein­mal Gewin­ne zu erwar­ten sind. Wer­den vor­aus­seh­bar auf Dau­er nur Ver­lus­te erwirt­schaf­tet, liegt die Ver­mu­tung nahe, dass hier kein Ein­kom­men erzielt, son­dern nur eine steu­er­lich unbe­acht­li­che Lieb­ha­be­rei vor­liegt. Immer wie­der rele­vant wird dies u.a. im Bereich der Ver­mie­tung und Ver­pach­tung, da hier durch Finan­zie­rungs­zin­sen und Abschrei­bung oft­mals jah­re­lan­ge Ver­lus­te erzielt wer­den.

Haus­fi­nan­zie­rung mit Lebens­ver­si­che­run­gen

Aller­dings: Im Rah­men der Ein­kunfts­art Ver­mie­tung und Ver­pach­tung ist die Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht nicht ent­ge­gen der auf § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG beru­hen­den typi­sie­ren­den Annah­me, eine lang­fris­ti­ge Ver­mie­tung wer­de in der Regel letzt­lich zu posi­ti­ven Ein­künf­ten füh­ren, des­halb zu prü­fen, weil der Steu­er­pflich­ti­ge die Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten des Ver­mie­tungs­ob­jekts sowie anfal­len­de Schuld­zin­sen mit­tels Dar­le­hen finan­ziert, die zwar nicht getilgt, indes bei Fäl­lig­keit durch den Ein­satz von par­al­lel lau­fen­den Lebens­ver­si­che­run­gen abge­löst wer­den sol­len.

Die Finan­zie­rung mit end­fäl­li­gen, durch Lebens­ver­si­che­run­gen zu til­gen­de Dar­lehn führt also für sich genom­men regel­mä­ßig nicht zur Lieb­ha­be­rei. Scha­de nur, dass seit die­sem Jahr der steu­er­li­che Anreiz für die­se Form der Finan­zie­rung wegen der geän­der­ten Besteue­rung für neue Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge deut­lich nach­ge­las­sen hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. April 2005 – IX R 15/​04