Höhere Steuern auf Kapitalerträge geplant

20. Oktober 2015 | Einkommensteuer (privat)
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Bundesfinanzminister Schäuble plant den pauschalen Steuersatz von 25 Prozent auf Kapitalerträge zu kippen und Zinsen, Dividenden und Co. zukünftig deutlich höher zu besteuern. Möglich könnte dies durch die geplante internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Steuerflucht werden.

Vorrausetzung für die Steuererhöhung ist demzufolge, dass die führenden Industrieländer im Rahmen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tatsächlich umsetze, dass Steuerinformationen untereinander automatisch ausgetauscht werden. In naher Zukunft wird die Steuererhöhung demzufolge nicht kommen. Schäuble selbst gab an, dies sei kein Vorhaben, was innerhalb der derzeitigen Legislaturperiode verwirklicht werden könnte. Zuerst muss das System für den automatischen Informationsaustausch eingerichtet werden. Wenn sich dies beweisen konnte, sei eine Weiterentwicklung der Kapitalertragssteuer möglich. Aufgrund des automatischen Austausches sei es möglich, Kapitalerträge anders und „passgenau“ zu besteuern.

Die Abgeltungssteuer wird erst seit 2009 erhoben und löste die Kapitalertragssteuer ab, die nicht einheitlich gestaltet war. Sie erleichtert durch ihre Einfachheit die Besteuerung von Kapitalerträgen deutlich. Nun ist es fast völlig gleichgültig, um welche Anlageform es sich handelt. Webseiten wie http://www.binaereoptionen.com/cfd-steuer/ geben alle notwendigen Hintergrundinformationen von Freibeträgen über Pauschalsteuer und lassen sich eins zu eins auf andere Finanzinstrumente übertragen: Über dem Freibetrag von 801 bzw. 1.602 Euro werden 25 Prozent Abgeltungssteuer fällig, die von deutschen Brokern sogar direkt an das Finanzamt abgeführt werden. Je nach Wohnort und Konfession werden zudem auf den Gewinn auch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig.

Die Abgeltungssteuer gilt als sehr leicht zu verstehendes Konzept, hat jedoch aufgrund der geringen Besteuerung seit ihrer Einführung 2009 zahlreiche Kritiker. Zwar ist die Besteuerung im Vergleich zur Kapitalertragssteuer nicht wesentlich gesunken, das Arbeitseinkommen wird jedoch mit maximal 45 Prozent deutlich stärker besteuert. Gerechtfertigt wurde dieser Schritt auch damit, dass die Pauschalbesteuerung die Verschiebung von Vermögen ins Ausland unattraktiver machen würde. Durch die automatische Informationsweitergabe könnte dies jedoch deutlich an Gewicht verlieren. Steuerflucht würde komplizierter und unattraktiver werden.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat Schäubles Pläne kritisiert. Er lobte hingegen die Abgeltungssteuer als einfach und transparent. Eine Rückkehr zum alten System oder eine Neuentwicklung würde hingegen für viele Deutsche bedeuten, dass sie wieder eine Steuererklärung abgeben müssen. Der Steuervereinfachung würde eine erneute Änderung also nicht dienen.

Der Präsident des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken, Uwe Fröhlich, befürchtet deutliche Nachteile für die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Deutschlands und fordert die Beibehaltung der Abgeltungssteuer.

Markus Ferber, CSU-Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Wirtschafts- und Währungsausschusses, befürwortet hingegen eine internationale Vereinbarung zur Bekämpfung der Steuerflucht bei Kapitalerträgen mit Freibeträgen als Voraussetzungen. Nationale Regelungen würden nur zu Kapitalwanderungen führen.

 
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