Jubi­lä­ums­fei­er und Wer­bungs­kos­ten

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat sei­ne jüngs­te Recht­spre­chung zur Abgren­zung von Wer­bungs­kos­ten und nicht abzieh­ba­ren Kos­ten der pri­va­ten Lebens­füh­rung bei Bewir­tung von Gäs­ten anläss­lich per­sön­li­cher Ereig­nis­se (Geburts­tag, Beför­de­rung, Jubi­lä­um usw.) mit einem wei­te­ren Urteil fort­ge­führt. Danach ist der Anlass einer Fei­er zwar ein erheb­li­ches Indiz, nicht aber das allein ent­schei­den­de Kri­te­ri­um für die Beur­tei­lung der Abzieh­bar­keit von Bewir­tungs­auf­wen­dun­gen. Trotz eines her­aus­ge­ho­be­nen per­sön­li­chen Ereig­nis­ses kann sich die beruf­li­che Ver­an­las­sung der Auf­wen­dun­gen auf­grund einer Gesamt­wür­di­gung aus den übri­gen Umstän­den des Ein­zel­falls erge­ben.

Jubi­lä­ums­fei­er und Wer­bungs­kos­ten

Klä­ger war im Streit­fall ein ange­stell­ter Geschäfts­füh­rer, der neben einem fes­ten Gehalt eine Tan­tie­me bezog, die etwa zwei Drit­tel sei­ner gesam­ten Bezü­ge aus­mach­te. Zum 25-jäh­ri­gen Dienst­ju­bi­lä­um ver­an­stal­te­te der Klä­ger ein Gar­ten­fest aus­schließ­lich für sei­ne Mit­ar­bei­ter, nach­dem sein Arbeit­ge­ber zuvor eine eige­ne Jubi­lä­ums­fei­er allein mit Gäs­ten von außer­halb durch­ge­führt hat­te. Die für das Gar­ten­fest ange­fal­le­nen Bewir­tungs­kos­ten mach­te der Klä­ger steu­er­lich gel­tend. Der BFH erkann­te eben­so wie die Vor­in­stanz die Auf­wen­dun­gen auf­grund der varia­blen Bezü­ge des Klä­gers als Wer­bungs­kos­ten an. Das Dienst­ju­bi­lä­um als Anlass des Gar­ten­fests sah er wegen der vor­an­ge­gan­ge­nen Fei­er des Arbeit­ge­bers eben­so als unschäd­lich an wie die Durch­füh­rung des Fests im Gar­ten des Klä­gers.

Bewir­tungs­auf­wen­dun­gen eines ange­stell­ten Geschäfts­füh­rers mit varia­blen Bezü­gen anläss­lich einer aus­schließ­lich für Betriebs­an­ge­hö­ri­ge im eige­nen Gar­ten ver­an­stal­te­ten Fei­er zum 25-jäh­ri­gen Dienst­ju­bi­lä­um kön­nen Wer­bungs­kos­ten sein.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 1. Febru­ar 2007 – VI R 25/​03