Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten

Alle Fami­li­en, die Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten haben, sol­len nach einem jetzt bekannt gewor­de­nen Geset­zes­vor­ha­ben der Regie­rungs­ko­ali­ti­on künf­tig deut­lich mehr Geld von der Steu­er abset­zen kön­nen.

Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten

Bis­her konn­ten Zwei-Ver­die­ner-Eltern Kos­ten erst ab 1.548 Euro steu­er­lich abset­zen. Höchs­tens konn­ten sie dann 1.500 Euro gel­tend machen. Allein­er­zie­hen­de konn­ten Kos­ten ab 774 Euro abset­zen, höchs­tens 750 Euro. Künf­tig sol­len Allein­er­zie­hen­de und dop­pel­ver­die­nen­de Paa­re zwei Drit­tel ihrer Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten bis zum 14. Lebens­jahr von der Steu­er abset­zen kön­nen. Das gilt bis zu maxi­mal 4.000 Euro pro Jahr und Kind. Ein Drit­tel der gesam­ten Betreu­ungs­kos­ten wer­den künf­tig von den Fami­li­en selbst getra­gen.

Bei­spiel 1: Die Betreu­ungs­kos­ten eines dop­pel­ver­die­nen­den Paa­res für ein Kind betra­gen jähr­lich 6.000 Euro. Davon kann die Fami­lie 4.000 Euro von der Steu­er abset­zen, 2.000 Euro trägt sie selbst. Bis­her konn­te sie nur 1.500 Euro abset­zen.

Bei­spiel 2: Die Betreu­ungs­kos­ten einer allein­er­zie­hen­den Mut­ter für ihr Kind betra­gen ins­ge­samt 1.000 Euro. 666 Euro kann sie von der Steu­er abset­zen, 333 Euro trägt sie selbst. Bis­her konn­te sie nur 226 Euro abset­zen. Die ers­ten 774 Euro muss­te sie nach alter Rege­lung selbst tra­gen.

Allein­er­zie­hen­de und Dop­pel­ver­die­ner­paa­re sol­len jetzt gleich behan­delt wer­den. Im Ein­kom­men­steu­er­recht wer­den die­se Kos­ten als Wer­bungs­kos­ten berück­sich­tigt. Dop­pel­ver­die­ner kön­nen, wenn sie die Wer­bungs­kos­ten steu­er­lich gel­tend machen, aller­dings nicht mehr den Abzug von der Steu­er­schuld nach § 35a Ein­kom­men­steu­er­ge­setz für Kin­der­be­treu­ung im eige­nen Haus­halt gel­tend machen. Die­ses schließt sich gegen­sei­tig aus.

Paa­re, bei denen nur ein Eltern­teil erwerbs­tä­tig ist, kön­nen künf­tig Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten für Kin­der vom 3. bis 6. Lebens­jahr von der Steu­er abset­zen. Für sie gilt die­sel­be Rechen­grund­la­ge. In die­ser Alters­grup­pe ist der all­ge­mei­ne Kin­der­gar­ten­be­such im Rah­men des Rechts­an­spru­ches gesell­schaft­lich erwünscht. Kin­der­gar­ten­kos­ten sind daher nicht ver­meid­bar. Ein­kom­men­steu­er­lich wer­den die­se Kos­ten als Son­der­aus­ga­ben berück­sich­tigt. Allein­ver­die­ner sol­len zudem Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten im eige­nen Haus­halt unter den ver­bes­ser­ten Bedin­gun­gen steu­er­lich gel­tend machen kön­nen.