Kin­der­geld – und die rück­wir­ken­de Ände­rung einer Berech­tig­ten­be­stim­mung

Nach § 64 Abs. 1 EStG wird für jedes Kind nur einem Berech­tig­ten Kin­der­geld gezahlt. Ist das Kind in den gemein­sa­men Haus­halt von Eltern, einem Eltern­teil und des­sen Ehe­gat­ten, Pfle­ge­el­tern oder Groß­el­tern auf­ge­nom­men wor­den, so bestim­men die­se unter­ein­an­der den Berech­tig­ten (§ 64 Abs. 2 Satz 2 EStG). Die Rege­lun­gen in § 64 Abs. 2 und 3 EStG die­nen dazu, bei einem Zusam­men­tref­fen meh­re­rer Ansprü­che den letzt­lich und allein Anspruchs­be­rech­tig­ten fest­zu­le­gen.

Kin­der­geld – und die rück­wir­ken­de Ände­rung einer Berech­tig­ten­be­stim­mung

Wur­de eine Bestim­mung des Berech­tig­ten getrof­fen, dann gilt die­se so lan­ge, bis sie von den Eltern ein­ver­nehm­lich geän­dert oder von einem Eltern­teil ein­sei­tig wider­ru­fen wird1.

Eine sol­che ein­ver­nehm­li­che Ände­rung der Berech­tig­ten­be­stim­mung oder ihr Wider­ruf kön­nen nicht mit Wir­kung für die Ver­gan­gen­heit vor­ge­nom­men wer­den. Die mit einem Berech­tig­ten­wech­sel ver­bun­de­ne Neu­ge­stal­tung der Rechts­ver­hält­nis­se zwi­schen den Betei­lig­ten ist grund­sätz­lich nur für die Zukunft mög­lich. Eine rück­wir­ken­de Gestal­tung der­ar­ti­ger Rechts­ver­hält­nis­se ist nur dann mög­lich, wenn sie bis­lang unge­re­gelt waren2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 23. Mai 2016 – V R 21/​15

  1. BFH, Urtei­le vom 19.04.2012 – III R 42/​10, BFHE 238, 24, BSt­Bl II 2013, 21, Rz 8; vom 23.03.2005 – III R 91/​03, BFHE 209, 338, BSt­Bl II 2008, 752, Rz 16 []
  2. vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 238, 24, BSt­Bl II 2013, 21, Rz 8 ff.; und vom 18.04.2013 – V R 41/​11, BFHE 241, 264, BSt­Bl II 2014, 34, Rz 26 []