Kin­der­geld, Ein­kom­mens­gren­ze und das BVerfG

Ein bestands­kräf­ti­ger Bescheid, mit dem die Fami­li­en­kas­se die Fest­set­zung von Kin­der­geld im lau­fen­den Kalen­der­jahr wegen der den Jah­res­grenz­be­trag (§ 32 Abs. 4 Satz 2 EStG) vor­aus­sicht­lich über­stei­gen­den Ein­künf­te und Bezü­ge des Kin­des auf­ge­ho­ben hat (Pro­gno­se­ent­schei­dung), ist nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht nach § 70 Abs. 4 EStG zu ändern, wenn der Jah­res­grenz­be­trag allein des­halb unter­schrit­ten wird, weil nach der spä­te­ren Ent­schei­dung des BVerfG die Arbeit­neh­mer­bei­trä­ge des Kin­des zur gesetz­li­chen Sozi­al­ver­si­che­rung abwei­chend von der bis­her vor­herr­schen­den Rechts­auf­fas­sung nicht in die Bemes­sungs­grö­ße für den Jah­res­grenz­be­trag des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG ein­zu­be­zie­hen sind.

Kin­der­geld, Ein­kom­mens­gren­ze und das BVerfG

Ein­mal mehr lie­fert hier die Recht­spre­chung die Begrün­dung dafür, war­um Steu­er­be­schei­de stets durch Ein­sprü­che und Kla­gen offen gehal­ten wer­den soll­ten, solan­ge ver­gleich­ba­re Ver­fah­ren noch nicht end­gül­tig ent­schie­den sind.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 28. Novem­ber 2006 – III R 6/​06