Kin­der­geld­an­spruch für die ange­hen­de Flug­be­glei­te­rin

Für erwach­se­ne Kin­der erhal­ten Eltern grund­sätz­lich nur dann Kin­der­geld, wenn ein soge­nann­ter. Berück­sich­ti­gungs­grund vor­liegt. Im Regel­fall ist dies das Bestehen eines Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­ses (§ 34 Abs. 4 EStG). Eine Berufs­aus­bil­dung in die­sem Sin­ne ist auch die mehr­wö­chi­ge Vor­be­rei­tung auf die Tätig­keit als Flug­be­glei­te­rin, ent­schied jetzt das Finanz­ge­richt Köln. Das Finanz­ge­richt Köln stell­te bei sei­ner Ent­schei­dung ins­be­son­de­re dar­auf ab, dass wäh­rend der Schu­lungs­zeit noch kein Arbeits­ver­hält­nis bestand und kein Lohn bezahlt wur­de. Für ent­schei­dungs­er­heb­lich hielt das Finanz­ge­richt außer­dem, dass die Toch­ter der Klä­ge­rin die Schu­lungs­kos­ten hät­te zurück­zah­len müs­sen, falls sie im Anschluss an die Schu­lung kei­nen Arbeits­ver­trag mit der Flug­ge­sell­schaft abge­schlos­sen hät­te. Gera­de in die­sen Punk­ten unter­schei­de sich der Sach­ver­halt von einer übli­chen Pro­be­zeit zu Beginn eines Arbeits­ver­hält­nis­ses.

Kin­der­geld­an­spruch für die ange­hen­de Flug­be­glei­te­rin

Mit die­sem Urteil des Finanz­ge­richts Köln ist der Pro­blem­kreis des Kin­der­geld­an­spruchs bei sol­chen nicht förm­li­chen Aus­bil­dun­gen aber noch nicht abge­schlos­sen. So ist beim Bun­des­fi­nanz­hof noch ein Revi­si­ons­ver­fah­ren über ein Urteil des Finanz­ge­richts Müns­ter 1 zu der ver­gleich­ba­ren Fra­ge anhän­gig, ob ein Trai­nee-Pro­gramm noch zur Berufs­aus­bil­dung im Sin­ne des Kin­der­geld­rechts zählt 2. Und auch das Finanz­ge­richt Köln hat in dem jetzt vom ihm ent­schie­de­nen Rechts­streit die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 3. März 2010 – 10 K 212/​09

  1. FG Müns­ter, Urteil vom 30.10.2008 – 4 K 4113/​07 Kg[]
  2. BFH – III R 88/​08[]