Kin­der­geld­be­rech­ti­gung für im Inland leben­de Aus­län­der

Die vom Gesetz­ge­ber gewähl­ten Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­en in § 62 Absatz 2 EStG, in dem der Anspruch von im Inland leben­den Aus­län­dern auf Kin­der­geld gere­gelt ist, könn­ten ver­fas­sungs­wid­rig sein.

Kin­der­geld­be­rech­ti­gung für im Inland leben­de Aus­län­der

Mit die­ser Begrün­dung hat das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len ent­schie­den, bezüg­lich der Fra­ge der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des § 62 Absatz 2 EStG das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt anzu­ru­fen. § 62 Absatz 2 EStG regelt den Anspruch von im Inland leben­den Aus­län­dern auf Kin­der­geld.

Nach Auf­fas­sung des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts ver­stößt § 62 Absatz 2 EStG gegen das Gleich­be­hand­lungs­ge­bot des Arti­kel 3 Absatz 1 des Grund­ge­set­zes. Die vom Gesetz­ge­ber gewähl­ten Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­en in § 62 Absatz 2 EStG hal­ten einer ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung nicht stand. Daher ist ent­schie­den wor­den, dass die Ver­fah­ren aus­ge­setzt wer­den und Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts dar­über ein­ge­holt wer­den, ob § 62 Absatz 2 EStG ver­fas­sungs­wid­rig ist.

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Beschluss vom 19. August 2013 – 7 K 111/​13, 7 K 113/​13, 7 K 112/​13 und 7 K 9/​10