Kin­der­geld­schäd­li­che Ein­künf­te und Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge

Das Finanz­ge­richt Müns­ter zeigt in einem aktu­el­len Urteil eine Mög­lich­keit auf, doch noch Kin­der­geld zu erhal­ten, auch wenn das eige­ne Ein­kom­men des Kin­des eigent­lich über der Ein­kom­mens­gren­ze liegt: Hier­nach min­dern Bei­trä­ge des Kin­des zu einer frei­wil­li­gen gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie unver­meid­ba­re Bei­trä­ge für eine pri­va­te Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung min­dern die Ein­künf­te und Bezü­ge des Kin­des auch dann, wenn das Kind im Rah­men einer Fami­li­en­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert ist.

Kin­der­geld­schäd­li­che Ein­künf­te und Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge

Im Streit­fall hat­te die Ehe­frau des Klä­gers eine pri­va­te Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung abge­schlos­sen, über die auch die stu­die­ren­de Toch­ter mit­ver­si­chert war. Der Umfang des Ver­si­che­rungs­schut­zes ent­sprach dem einer gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Die Fami­li­en­kas­se ließ die für die Toch­ter gezahl­ten Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge bei der Ermitt­lung der Höhe der Ein­künf­te unbe­rück­sich­tigt. Die Ein­künf­te der Toch­ter über­schrit­ten daher den im Streit­jahr maß­geb­li­chen Grenz­be­trag in Höhe von 7.680 EUR, so dass die Fami­li­en­kas­se die Gewäh­rung des Kin­der­gel­des ablehn­te.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter folg­te der Ansicht der Fami­li­en­kas­se jedoch nicht und sprach dem Klä­ger das Kin­der­geld zu, da der gesetz­li­che Grenz­be­trag bei Berück­sich­ti­gung der Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge unter­schrit­ten sei.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes sei­en Bei­trä­ge des Kin­des zu einer frei­wil­li­gen gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie unver­meid­ba­re Bei­trä­ge für eine pri­va­te Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung von den Ein­künf­ten und Bezü­gen des Kin­des in Abzug zu brin­gen. Dies gel­te nicht nur, wenn das Kind selbst Ver­si­che­rungs­neh­mer sei, son­dern auch, wenn es im Rah­men einer Fami­li­en­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert sei. Grün­de für eine unter­schied­li­che Behand­lung die­ser Fäl­le sei­en mit Blick auf die Unter­halts­si­tua­ti­on der Eltern nicht erkenn­bar. Es sei daher weder beacht­lich, ob die Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge vom Kind selbst oder den Eltern bezahlt wür­den, noch wer von bei­den Ver­si­che­rungs­neh­mer sei.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 4. Juni 2009 – 3 K 840/​08 Kg