Kirch­geld für glau­bens­ver­schie­de­ne Ehen

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil das Kirch­geld in glau­bens­ver­schie­de­nen Ehen gebilligt.Die Ein­füh­rung des beson­de­ren Kirch­gelds für Kir­chen­mit­glie­der, die in glau­bens­ver­schie­de­ner Ehe leben, zum 1. Janu­ar 2001 nach dem Kir­chen­steu­er­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len, den ein­schlä­gi­gen Kir­chen­steuer­ord­nun­gen und dem Kir­chen­steu­er­be­schluss 2001 ver­stößt auch nicht gegen Ver­fas­sungs­recht.

Kirch­geld für glau­bens­ver­schie­de­ne Ehen

Die evan­ge­li­schen Kir­chen in Nord­rhein-West­fa­len haben erst­mals für das Jahr 2001 ein sog. beson­de­res Kirch­geld für glau­bens­ver­schie­de­ne Ehen ein­ge­führt. Betrof­fen sind hier­von (ver­hei­ra­te­te) Kir­chen­mit­glie­der, bei denen das Fami­li­en­ein­kom­men aus­schließ­lich oder doch im Wesent­li­chen durch den Ehe­gat­ten erwirt­schaf­tet wird, der selbst kei­ner Kir­che ange­hört. Erho­ben wird das beson­de­re Kirch­geld nur, wenn die Ehe­gat­ten bei der Ein­kom­men­steu­er die Zusam­men­ver­an­la­gung gewählt haben. Die maß­geb­li­chen kir­chen­steu­er­li­chen Bestim­mun­gen wur­den im Lau­fe des Jah­res 2001 geschaf­fen bzw. geneh­migt und ver­öf­fent­licht und sind – rück­wir­kend – zum 1. Janu­ar 2001 in Kraft getre­ten. In meh­re­ren Ver­fah­ren hat­ten Steu­er­pflich­ti­ge dage­gen geklagt.

Der I. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs hat jetzt mit Urteil vom 19. Okto­ber 2005 (I R 76/​04) ent­schie­den, dass die Erhe­bung des beson­de­ren Kirch­gelds in Nord­rhein-West­fa­len ver­fas­sungs­ge­mäß ist. Sie ver­stößt ins­be­son­de­re nicht gegen das aus dem Rechts­staats­prin­zip abge­lei­te­te Rück­wir­kungs­ver­bot. Dar­über hin­aus hat der I. Senat auch das Vor­lie­gen eines struk­tu­rel­les Voll­zugs­de­fi­zits, auf das sich die Klä­ger in Anleh­nung an das Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Besteue­rung von Spe­ku­la­ti­ons­ge­schäf­ten aus dem Jah­re 2004 beru­fen haben, ver­neint.