Machen Sie die größ­ten Feh­ler beim Frei­stel­lungs­auf­trag?

Mit einem Frei­stel­lungs­auf­trag kann man sei­ne Kapi­tal­erträ­ge vom auto­ma­ti­schen Steu­er­ab­zug befrei­en las­sen. Und das kann sich loh­nen. Immer­hin geht es um 25 Pro­zent Kapi­tal­ertrags­steu­er und 5,5 Pro­zent Soli­da­ri­täts­zu­schlag. Aller­dings machen noch immer Anle­ger Feh­ler beim Frei­stel­lungs­auf­trag und ver­schen­ken so Spar­po­ten­zia­le. Wir zei­gen Ihnen, wor­auf Sie ach­ten müs­sen.

Machen Sie die größ­ten Feh­ler beim Frei­stel­lungs­auf­trag?
Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
Andre­as Herms­dorf /​pixelio.de

Schät­zen Sie Ihre Kapi­tal­erträ­ge rich­tig

Der Frei­stel­lungs­auf­trag darf die Sum­me von 801 € nicht über­schrei­ten. Bei Ehe­leu­ten dür­fen es 1.602 € sein (sie­he auch: https://www.volkswagenbank.de/de/privatkunden/kundenservice/steuern_und_freistellung/freistellung_nv-bescheinigung.html). Es ist also wich­tig, dass Anle­ger ihre Kapi­tal­erträ­ge pro Bank schät­zen und die Geld­be­trä­ge ent­spre­chend auf­tei­len. Fol­gen­de Stel­len gehö­ren zu den Kapi­tal­erträ­gen:

  • Zin­sen
  • Fonds­aus­schüt­tun­gen
  • Kurs­ge­win­ne
  • Divi­den­den

Wenn die Kapi­tal­erträ­ge zusam­men über dem Frei­stel­lungs­be­trag lie­gen, wer­den die Beträ­ge auto­ma­tisch an das Finanz­amt abge­führt.

Beach­ten Sie die Gel­tungs­dau­er und die Ände­rungs­be­stim­mun­gen

Jeder Frei­stel­lungs­auf­trag gilt ab dem 1.1. des Kalen­der­jah­res. Eine Kün­di­gung ist nur zum 31.12 mög­lich. Frei­stel­lungs­auf­trä­ge kön­nen grund­sätz­lich unbe­fris­tet erstellt wer­den. Beach­ten Sie dabei, dass ein bestehen­der Auf­trag nur gelöscht wer­den kann, wenn Sie einen neu­en Frei­stel­lungs­auf­trag ertei­len. Wenn Sie die Bank­ver­bin­dung auf­lö­sen, wird der Frei­stel­lungs­auf­trag nicht auto­ma­tisch gelöscht. Das müs­sen Sie sepa­rat machen. Andern­falls bleibt der unge­nutz­te Frei­be­trag bestehen.

Beson­der­hei­ten für Ehe­gat­ten

Soll ein gemein­schaft­li­cher Frei­stel­lungs­an­trag gestellt wer­den, muss die­ser zunächst von bei­den Part­nern unter­schrie­ben wer­den. Grund­sätz­lich besteht aber auch die Mög­lich­keit, dass jeder Part­ner sepa­rat einen Frei­stel­lungs­auf­trag für sich stellt. Frei­stel­lungs­an­trä­ge auf Gemein­schafts­kon­ten kön­nen grund­sätz­lich nur von bei­den Lebens­part­nern gestellt wer­den. Bei ein­ge­tra­ge­nen Lebens­ge­mein­schaf­ten ist kei­ne Frei­stel­lung mög­lich.

M. Großmann  / pixelio.de
M. Groß­mann /​pixelio.de

Beach­ten Sie: Wenn sich auf­grund der Hei­rat der Name ändert, muss ein neu­er Frei­stel­lungs­auf­trag gestellt wer­den. Der alte ver­fällt in die­sem Fall.

Was pas­siert bei einer Schei­dung?

Tei­len sich zwei Ehe­part­ner einen Gemein­schafts­auf­trag, muss die­ser im Fal­le einer Schei­dung auf­ge­löst und durch zwei Ein­zel-Frei­stel­lungs­auf­trä­ge ersetzt wer­den. Hier­bei kann man auch ange­ben, ob die Beträ­ge im Jahr der Tren­nung schon getrennt ver­rech­net wer­den sol­len. Andern­falls bleibt die Zins­frei­stel­lung noch bis zum 31.12. erhal­ten.

Eine Beson­der­heit gibt es, wenn einer der Ehe­part­ner stirbt. In die­sem Fall kann der Ver­blie­be­ne im sel­ben Jahr noch über den gesam­ten Spa­rer­pausch­be­trag für Ehe­paa­re ver­fü­gen. Für die nächs­ten Jah­re muss dann ein neu­er Frei­stel­lungs­an­trag gestellt wer­den.

Ver­ges­sen Sie nicht die Steu­er­iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer!

Seit 2011 müs­sen alle neu­en Frei­stel­lungs­auf­trä­ge über eine Steu­er­iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer ver­fü­gen. Sie besteht aus elf Zif­fern. Jeder deut­sche Bun­des­bür­ger ver­fügt über eine sol­che per­sön­li­che Steu­er­num­mer. Sie wird allen gemel­de­ten Bür­gern vom Bun­des­zen­tral­amt zuge­teilt. Man behält die Num­mer ein Leben lang. Wenn Sie Ihre Num­mer nicht aus dem Kopf wis­sen, sehen Sie ein­fach auf Ihrem letz­ten Steu­er­be­scheid nach. Hier ist sie ver­merkt.

An die Steu­er­erklä­rung den­ken

Natür­lich ist der Frei­stel­lungs­auf­trag immer erst ein­mal eine gute Mög­lich­keit, um Geld zu spa­ren. Manch­mal sind meh­re­re Auf­trä­ge aber ungüns­tig auf ver­schie­de­ne Kre­dit­in­sti­tu­te ver­teilt. Da kann es schnell pas­sie­ren, dass eine Bank zu viel an das Finanz­amt abführt. Wenn das der Fall ist, haben Sie noch immer eine Mög­lich­keit, sich Ihr Geld zurück­zu­ho­len. Geben Sie die betref­fen­den Beträ­ge ein­fach in Ihrer Ein­kom­mens­steu­er­erklä­rung an. Sie fin­den die For­mu­lar­fel­der im Bereich „Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen“.

Beach­ten Sie hier­bei aller­dings die gel­ten­den Fris­ten. Die Steu­er­erklä­rung muss bis zum 31. Mai ein­ge­reicht sein. Sonst ist sie ungül­tig. Haben Sie noch wei­te­re Fra­gen zum The­ma Ein­kom­mens­steu­er, sehen Sie ein­fach mal in unse­ren prak­ti­schen Rat­ge­bern nach. Hier fin­den Sie mit Sicher­heit eine Ant­wort, egal ob sich um Kin­der­geld, Abgel­tungs­steu­er oder Vor­ab­ver­wal­tungs­ge­bühr han­delt.