Miet­aus­fall als Wer­bungs­kos­ten

Der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug setzt eine Belas­tung mit Auf­wen­dun­gen vor­aus. Das ist bei einem in Anleh­nung an § 8 Abs. 3 BUKG ermit­tel­ten Miet­aus­fall nicht der Fall. Als ent­gan­ge­ne Ein­nah­me erfüllt er nicht den Auf­wen­dungs­be­griff.

Miet­aus­fall als Wer­bungs­kos­ten

Nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sind Wer­bungs­kos­ten Auf­wen­dun­gen zur Erwer­bung, Siche­rung und Erhal­tung der Ein­nah­men. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung lie­gen Wer­bungs­kos­ten vor, wenn die Auf­wen­dun­gen durch den Beruf bzw. durch die Erzie­lung steu­er­pflich­ti­ger Ein­nah­men ver­an­lasst sind. Das ist der Fall, wenn ein objek­ti­ver Zusam­men­hang mit dem Beruf besteht und die Auf­wen­dun­gen sub­jek­tiv zur För­de­rung des Berufs getä­tigt wer­den 1. Danach sind auch Umzugs­kos­ten Wer­bungs­kos­ten, wenn der Umzug dienst­lich ver­an­lasst ist 2)). Das ist u.a. bei einem Arbeits­platz­wech­sel, wie vor­lie­gend, der Fall 3.

Bei einem beruf­lich ver­an­lass­ten Umzug gel­ten hin­sicht­lich der im Ein­zel­nen abzieh­ba­ren Kos­ten die all­ge­mei­nen Grund­sät­ze. Die nach öffent­li­chem Umzugs­kos­ten­recht erstat­tungs­fä­hi­gen Auf­wen­dun­gen sind nicht ohne wei­te­res im Rah­men des § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG abzieh­bar. Soweit die Finanz­ver­wal­tung inso­weit auf die Vor­schrif­ten des BUKG ver­weist (R 41 Abs. 2 LStR 2005), fin­det dies dort sei­ne Gren­ze, wo die Rege­lun­gen mit dem all­ge­mei­nen Wer­bungs­kos­ten­be­griff des § 9 EStG nicht ver­ein­bar sind 4.

Im hier ent­schie­de­nen Streit­fall war der Umzug des Klä­gers zwar beruf­lich ver­an­lasst. Den­noch ist die sog. Miet­ent­schä­di­gung nicht als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar. Der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug setzt näm­lich eine Belas­tung mit Auf­wen­dun­gen vor­aus. Davon ist aus­zu­ge­hen, wenn in Geld oder Gel­des­wert bestehen­de Güter aus dem Ver­mö­gen des Steu­er­pflich­ti­gen abflie­ßen. Fehlt es an einem tat­säch­li­chen Abfluss, lie­gen kei­ne Auf­wen­dun­gen vor, die als Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen wer­den kön­nen. Ent­gan­ge­ne Ein­nah­men, um die es hier geht, erfül­len eben­so wie der Ver­zicht auf Ein­nah­men nicht den Auf­wen­dungs­be­griff 5.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. April 2012 – VI R 25/​10

  1. BFH, Urteil vom 07.02.2008 – VI R 75/​06, BFHE 220, 407, BSt­Bl II 2010, 48[]
  2. BFH, Ent­schei­dung vom 10.01.2008 – VI R 17/​07, BFHE 219, 358, BSt­Bl II 2008, 234, unter B.VI.01.d bb ((2[]
  3. BFH, Urteil vom 16.10.1992 – VI R 132/​88, BFHE 170, 484, BSt­Bl II 1993, 610[]
  4. BFH, Urteil vom 17.12.2002 – VI R 188/​98, BFHE 201, 208, BSt­Bl II 2003, 314[]
  5. Kreft in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 9 EStG Rz 65, m.w.N.[]