Neben­be­ruf­li­che Tätig­keit – und der unmit­tel­ba­re Zusam­men mit der Haupt­tä­tig­keit

Eine Tätig­keit, die in unmit­tel­ba­rem Zusam­men­hang zur Haupt­tä­tig­keit steht, wird nicht neben­be­ruf­lich aus­ge­übt. Die Inan­spruch­nah­me einer Steu­er­be­frei­ung gemäß § 3 Nr. 26 EStG für die hier­aus erziel­ten Ein­nah­men ist daher nicht mög­lich.

Neben­be­ruf­li­che Tätig­keit – und der unmit­tel­ba­re Zusam­men mit der Haupt­tä­tig­keit

Eine wei­te­re Beschäf­ti­gung für den­sel­ben Arbeit­ge­ber wird als Teil einer nicht­selb­stän­di­gen Haupt­tä­tig­keit ange­se­hen, wenn zwi­schen bei­den Tätig­kei­ten ein unmit­tel­ba­rer Zusam­men­hang besteht. Ein sol­cher Zusam­men­hang mit einem bestehen­den Dienst­ver­hält­nis ist (nur) anzu­neh­men, wenn bei­de Tätig­kei­ten gleich­ar­tig sind, der Steu­er­pflich­ti­ge mit der Neben­tä­tig­keit eine ihm aus sei­nem Dienst­ver­hält­nis ‑fak­tisch oder recht­lich- oblie­gen­de Neben­pflicht erfüllt oder auch in der zusätz­li­chen Tätig­keit der Wei­sung und Kon­trol­le des Dienst­herrn unter­liegt 1.

Im vor­lie­gen­den Fall kam hin­zu, dass der Steu­er­pflich­ti­ge, ein Leh­rer, selbst vor­ge­tra­gen hat­te, dass das Erstel­len der Lehr­brie­fe für die Schu­le kei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung, son­dern ver­pflich­tend gewe­sen sein.

Zudem war ein hin­rei­chend indi­vi­dua­li­sier­ter Kon­takt zwi­schen dem Leh­rer und sämt­li­chen Lesern der Lehr­brie­fe nicht fest­stell­bar, sodass die Annah­me einer ver­gleich­ba­ren Tätig­keit 2 zu den in § 3 Nr. 26 EStG genann­ten übri­gen Tätig­kei­ten auch inso­weit nicht in Betracht kam.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 13. Dezem­ber 2016 – VIII R 43/​14

  1. BFH, Urtei­le vom 29.01.1987 – IV R 189/​85, BFHE 149, 45, BSt­Bl II 1987, 783; vom 30.03.1990 – VI R 188/​87, BFHE 160, 486, BSt­Bl II 1990, 854[]
  2. s. zu den Vor­aus­set­zun­gen BFH, Urteil vom 17.10.1991 – IV R 106/​90, BFHE 166, 72, BSt­Bl II 1992, 176[]