Pilo­ten­aus­bil­dung

Auf­wen­dun­gen des Steu­er­pflich­ti­gen für sei­ne erst­ma­li­ge Berufs­aus­bil­dung und für ein Erst­stu­di­um dür­fen nach § 12 Nr. 5 2. Halb­satz EStG weder bei den ein­zel­nen Ein­kunfts­ar­ten noch vom Gesamt­be­trag der Ein­künf­te abge­zo­gen wer­den, wenn die­se nicht im Rah­men eines Dienst­ver­hält­nis­ses statt­fin­den.

Pilo­ten­aus­bil­dung

In einem jetzt vom Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­de­nen Rechts­streit war zwi­schen dem Steu­er­pflich­ti­gen und sei­nem Finanz­amt strei­tig, ob dem Klä­ger Auf­wen­dun­gen für sei­ne Pilo­ten­aus­bil­dung im Rah­men eines sol­chen Dienst­ver­hält­nis­ses ent­stan­den waren:

Der Klä­ger schloss einen Schu­lungs­ver­trag über die Aus­bil­dung zum Pilo­ten. Von den Gesamt­kos­ten der Schu­lung trug der Klä­ger einen Eigen­an­teil in Höhe von ca. 40.000 €, der zwölf Mona­te nach Schu­lungs­be­ginn fäl­lig wur­de. Zeit­gleich schloss der Klä­ger mit einem Flug­un­ter­neh­men einen Dar­le­hens­ver­trag über den­sel­ben Betrag. Das Dar­le­hen wur­de für die Dau­er der Schu­lung und bis zum Beginn einer Beschäf­ti­gung als Flug­zeug­füh­rer in die­sem Flug­un­ter­neh­men zins- und til­gungs­frei gestellt. Dem Klä­ger soll­te nach erfolg­rei­cher Schu­lung ein „Cock­pitar­beits­platz“ ange­bo­ten wer­den. Der Klä­ger ver­trat die Auf­fas­sung, er befin­de sich in einem Aus­bil­dungs-Dienst­ver­hält­nis im Sin­ne des § 12 Nr. 5 2. Halb­satz EStG. Das Finanz­amt berück­sich­tig­te die Auf­wen­dun­gen ledig­lich als Son­der­aus­ga­ben (Berufs­aus­bil­dungs­kos­ten) gem. § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG in Höhe der im Streit­jahr gel­ten­den Höchst­gren­ze (920 €; heu­te: 4.000 €). Die Düs­sel­dor­fer Finanz­rich­ter folg­ten jedoch der Ansicht des Finanz­am­tes und wie­sen die Kla­ge als unbe­grün­det ab. Ihrer Ansicht nach fin­det die Aus­bil­dung nicht im Rah­men eines Dienst­ver­hält­nis­ses statt. Der Klä­ger habe viel­mehr einen Schu­lungs­ver­trag und einen Dar­le­hens­ver­trag abge­schlos­sen, gera­de aber kein Dienst­ver­hält­nis mit sei­ner spä­te­ren Arbeit­ge­be­rin.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 13. Dezem­ber 2008 – 2 K 3575/​07 F (nicht rechts­kräf­tig, Revi­si­on beim BFH anhän­gig – VI R 8/​09)