Pro­gres­si­ons­vor­be­halt und außer­or­dent­li­che Ein­künf­te

Sind in dem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men bestimm­te, in § 34 Abs. 2 EStG im Ein­zel­nen auf­ge­führ­te außer­or­dent­li­che Ein­künf­te ent­hal­ten, so ist die auf alle im Ver­an­la­gungs­zeit­raum bezo­ge­nen außer­or­dent­li­chen Ein­künf­te ent­fal­len­de Ein­kom­men­steu­er zuguns­ten des Steu­er­pflich­ti­gen nach einer geson­der­ten Berech­nungs­me­tho­de („Fünf­tel­re­ge­lung“, § 34 Abs. 1 EStG) zu berech­nen, mit der die ansons­ten durch die­se außer­or­dent­li­chen Ein­künf­te aus­ge­lös­te Steu­er­pro­gres­si­on in ihren Aus­wir­kun­gen gemil­dert wer­den soll. Was aber, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge neben die­sen außer­or­dent­li­chen Ein­künf­ten i.S. von § 34 Abs. 2 EStG auch Ein­nah­men bezo­gen hat, die zwar steu­er­frei sind, aber gemäß § 32b Abs. 1 EStG dem Pro­gres­si­ons­vor­be­halt unter­lie­gen?

Pro­gres­si­ons­vor­be­halt und außer­or­dent­li­che Ein­künf­te

Die für den Steu­er­pflich­ti­gen ungüns­tigs­te Ant­wort auf die­se Fra­ge gab jetzt der Bun­des­fi­nanz­hof: Die­se nach § 32 b EStG dem Pro­gres­si­ons­vor­be­halt unter­lie­gen­den steu­er­frei­en Ein­künf­te sind in der Wei­se in die Berech­nung nach § 34 Abs. 1 EStG ein­zu­be­zie­hen, dass sie in vol­ler Höhe dem ver­blei­ben­den zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men hin­zu­ge­rech­net wer­den [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2009 IX R 93/​07

  1. Anschluss an BFH, Urteil vom 17.07.2008 – VI R 44/​07, BFHE 220, 269[]