Recht­mä­ßig­keit der Besteue­rung von Erstat­tungs­zin­sen zwei­fel­haft

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat bei sum­ma­ri­scher Prü­fung ernst­li­che Zwei­fel an der Besteue­rung von Erstat­tungs­zin­sen (§ 233a AO) als Ein­nah­men aus Kapi­tal­ver­mö­gen nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 Satz 3 EStG in der Fas­sung des Jah­res­steu­er­ge­set­zes 2010. Es spre­chen sowohl gewich­ti­ge Grün­de für als auch gegen die Recht­mä­ßig­keit des ange­foch­te­nen Zins­be­scheids und die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung, so das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf. Bereits die­se unsi­che­re Rechts­la­ge recht­fer­ti­ge die Aus­set­zung der Voll­zie­hung.

Recht­mä­ßig­keit der Besteue­rung von Erstat­tungs­zin­sen zwei­fel­haft

Im Ein­zel­nen hat das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf dazu aus­ge­führt, dass zwar sei die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung auf alle noch nicht bestands­kräf­tig ver­an­lag­ten Fäl­le anzu­wen­den sei. Dage­gen spre­che aller­dings, dass der Bun­des­fi­nanz­hof bei Erstat­tungs­zin­sen für die in § 12 Nr. 3 EStG genann­ten Steu­ern der Auf­fas­sung sei, dass die­se eben­so wie die Steu­er­erstat­tun­gen dem Steu­er­pflich­ti­gen nicht im Rah­men einer der steu­er­ba­ren Ein­kunfts­ar­ten zuflie­ßen wür­den. Dar­über hin­aus kön­ne nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung gegen das aus dem Rechts­staats­prin­zip des Grund­ge­set­zes fol­gen­de Rück­wir­kungs­ver­bot ver­sto­ße. Eine abschlie­ßen­de Ent­schei­dung über die­se Fra­gen sei im Ver­fah­ren über die Aus­set­zung der Voll­zie­hung nicht mög­lich.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 5. Sep­tem­ber 2011 – 1 V 2325/​11