Rege­lungs­um­fang eines Kin­der­geld­ab­leh­nungs­be­scheids

Der Anspruch auf Kin­der­geld kann grund­sätz­lich nur in dem zeit­li­chen Umfang in zuläs­si­ger Wei­se zum Gegen­stand einer Inhalts­kon­trol­le gemacht wer­den, in dem die Fami­li­en­kas­se den Kin­der­geld­an­spruch gere­gelt hat 1. Der zeit­li­che Rege­lungs­um­fang eines Ableh­nungs­be­scheids wird durch die Kla­ge­er­he­bung nicht ver­än­dert. Ins­be­son­de­re ist das gericht­li­che Ver­fah­ren kei­ne Fort­set­zung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens 2. Begehrt ein Klä­ger mit sei­ner Kla­ge über die­sen Zeit­raum hin­aus Kin­der­geld, ist sie inso­weit unzu­läs­sig 2.

Rege­lungs­um­fang eines Kin­der­geld­ab­leh­nungs­be­scheids

Grund­sätz­lich beschränkt sich bei einer Ableh­nung eines zeit­lich nicht näher kon­kre­ti­sier­ten Kin­der­geld­an­trags die Bin­dungs­wir­kung eines sol­chen Bescheids auf die Zeit bis zum Ende des Monats sei­ner Bekannt­ga­be bzw. bis zum Ende des Monats der Bekannt­ga­be der Ein­spruchs­ent­schei­dung, soweit eine sach­li­che Prü­fung im Ein­spruchs­ver­fah­ren statt­ge­fun­den hat 3.

Die Fami­li­en­kas­sen haben grund­sätz­lich die Pflicht, einen Antrag auf Kin­der­geld, der kei­ne zeit­li­che Ein­schrän­kung ent­hält, umfas­send zu prü­fen. Ein zeit­lich nicht beschränk­ter Antrag ist nach sei­nem objek­ti­ven Inhalt in der Regel dahin zu ver­ste­hen, dass die Fest­set­zung von Kin­der­geld für den längst­mög­li­chen Zeit­raum begehrt wird 4.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. März 2015 – III R 14/​14

  1. BFH, Urteil vom 22.12 2011 – III R 41/​07, BFHE 236, 144, BSt­Bl II 2012, 681[]
  2. BFH, Urteil in BFHE 236, 144, BSt­Bl II 2012, 681[][]
  3. BFH, Urteil vom 04.08.2011 – III R 71/​10, BFHE 235, 203, BSt­Bl II 2013, 380[]
  4. BFH, Urteil vom 09.02.2012 – III R 45/​10, BFHE 236, 413, BSt­Bl II 2013, 1028, Rz 12[]