Ren­ten­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge vor 2005

Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, die in der Zeit vor 2005 bezahlt wur­den, sind trotz Inkraft­tre­tens des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes nur beschränkt als Son­der­aus­ga­ben abzieh­bar. So hat der Bun­des­fi­nanz­hof mit einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil ent­schie­den, dass Bei­trä­ge zu den gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­run­gen in den Ver­an­la­gungs­zeit­räu­men vor 2005 nur als Son­der­aus­ga­ben mit den sich aus § 10 Abs. 3 EStG dama­li­ger Fas­sung erge­ben­den Höchst­be­trä­gen abzieh­bar sind.

Ren­ten­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge vor 2005

Im ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Steu­er­pflich­ti­ger bean­tragt, vor dem Jah­re 2005 geleis­te­te Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung mit ihrem vol­len Betrag als vor­weg­ge­nom­me­ne Wer­bungs­kos­ten bei den ? spä­te­ren ? Alters­ein­künf­ten (ins­be­son­de­re der Ren­ten aus den gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­run­gen) abzu­zie­hen. Die­se Ein­künf­te unter­lie­gen nach der durch das Alters­ein­künf­te­ge­setz ab 2005 geschaf­fe­nen Rechts­la­ge der Ein­kom­men­steu­er mit einem Besteue­rungs­an­teil, der ? begin­nend im Jah­re 2005 mit 50% ? jähr­lich um 2 Pro­zent­punk­te ansteigt. Kor­re­spon­die­rend hier­mit sind die genann­ten Bei­trä­ge sowie bestimm­te ande­re Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen ab dem Jahr 2005 mit einem Pro­zent­satz von 60 abzieh­bar; die­ser Satz erhöht sich in den fol­gen­den Kalen­der­jah­ren bis zum Kalen­der­jahr 2025 um je 2 Pro­zent­punk­te. Es wur­de gel­tend gemacht, dass infol­ge der Umstel­lung der bis ein­schließ­lich zum Jah­re 2004 gel­ten­den Ertrags­an­teils­be­steue­rung der Sozi­al­ver­si­che­rungs­ren­ten auf die sog. nach­ge­la­ger­te Besteue­rung auch die vor 2005 geleis­te­ten Bei­trä­ge ihre Rechts­na­tur als Son­der­aus­ga­ben geän­dert hät­ten und jetzt unbe­grenzt als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar sei­en. Auf die­sen Gesichts­punkt hat­te auch der Klä­ger sein Begeh­ren gestützt.

Dem ist der BFH ent­ge­gen­ge­tre­ten. An der Rechts­gel­tung der genann­ten Höchst­be­trä­ge des § 10 Abs. 3 EStG alter Fas­sung habe sich durch das Inkraft­tre­ten Alters­ein­künf­te­ge­set­zes zum 1. Janu­ar 2005 nichts geän­dert. Dies fol­ge unab­hän­gig von der Fra­ge nach der Rechts­na­tur der Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen aus der zeit­li­chen Gel­tungs­an­ord­nung der Geset­zes­än­de­rung. Nach den Über­lei­tungs­vor­schrif­ten des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes und den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen über den zeit­li­chen Gel­tungs­be­reich von Rechts­än­de­run­gen habe die Umstel­lung auf die sog. nach­ge­la­ger­te Besteue­rung ab 2005 das bis zu die­sem Zeit­punkt gel­ten­de Recht des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs unbe­rührt gelas­sen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 8. Novem­ber 2006 – X R 45/​02