Rit­ter-Cou­lais

Nach dem „Ritter-Coulais“-Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs ist es einem EU-Staat im Hin­blick auf Arti­kel 39 EG-Ver­trag nicht erlaubt, es natür­li­che Per­so­nen, die Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit in einem Mit­glied­staat bezie­hen und dort unbe­schränkt steu­er­pflich­tig sind, zu ver­weh­ren, dass bei der Fest­set­zung des Steu­er­sat­zes für die­se Ein­künf­te in die­sem Staat Ver­lus­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung berück­sich­tigt wer­den, die sich auf ein von ihnen selbst zu Wohn­zwe­cken genutz­tes Wohn­haus in einem ande­ren Mit­glied­staat bezie­hen, wäh­rend posi­ti­ve Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung bezüg­lich eines sol­chen Hau­ses berück­sich­tigt wür­den.

Rit­ter-Cou­lais

Dies ver­sucht das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um nun­mehr durch ein Rund­schrei­ben umzu­set­zen:

§ 2a Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Buch­sta­be a EStG ist in den Fäl­len der Nut­zungs­wert­be­steue­rung nach § 52 Abs. 21 EStG in der für die Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me bis ein­schließ­lich 1998 gel­ten­den Fas­sung nicht anzu­wen­den, wenn das zu eige­nen Wohn­zwe­cken genutz­te Haus in einem EU-Mit­glied­staat bele­gen ist. Wei­ter­ge­hen­de Rechts­fol­gen, bei­spiels­wei­se auf ande­re nega­ti­ve Einkünf­te i.S.d. § 2a Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Buch­sta­be a EStG, erge­ben sich aus die­ser EuGH-Ent­schei­dung nicht.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 24. Novem­ber 2006 – IV B 3 – S 2118 a – 63/​06