Schät­zung der Kapi­tal­ein­künf­te, die Erfah­rungs­sät­ze – und die Nichtzulassungsbeschwerde

Die Rüge der fal­schen Rechts­an­wen­dung und unzu­tref­fen­den tat­säch­li­chen Wür­di­gung des Streit­falls durch das Finanz­ge­richt im Rah­men einer Schät­zung ist im Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren grund­sätz­lich unbeachtlich.

Schät­zung der Kapi­tal­ein­künf­te, die Erfah­rungs­sät­ze – und die Nichtzulassungsbeschwerde

Ein erheb­li­cher Rechts­an­wen­dungs­feh­ler des Finanz­ge­richt kann gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alter­na­ti­ve 2 FGO aus­nahms­wei­se zur Zulas­sung der Revi­si­on füh­ren, wenn das Schät­zungs­er­geb­nis des Finanz­ge­richt objek­tiv will­kür­lich (wirt­schaft­lich unmög­lich und damit schlecht­hin unver­tret­bar) ist.

Ein Ver­stoß gegen Denk­ge­set­ze führt bei Schät­zun­gen erst zur Zulas­sung der Revi­si­on wegen will­kür­lich fal­scher Rechts­an­wen­dung, wenn sich das Ergeb­nis der Schät­zung als offen­sicht­lich rea­li­täts­fremd dar­stellt1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 30. Novem­ber 2020 – VIII B 138/​19

  1. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 03.06.2020 – II B 54/​19, BStBl II 2020, 586, Rz 15; vom 28.06.2019 – X B 76/​18, BFH/​NV 2019, 1113, Rz 13; BFH, Beschluss vom 21.03.2019 – VIII B 129/​18, BFH/​NV 2019, 812, Rz 24[]